Ne­ga­tiv­zin­sen

Finanz und Wirtschaft - - MEN -

Viel Net­to­li­qui­di­tät und re­kord­tie­fe Zin­sen – ein Pro­blem für Fi­nanz­chefs? Stich­pro­ben las­sen den Schluss zu: Die Un­ter­neh­men ver­su­chen, Ne­ga­tiv­zin­sen min­des­tens zu mi­ni­mie­ren. Kar­dex und Te­can et­wa be­zah­len trotz ho­her flüs­si­ger Mit­tel in der Bi­lanz kei­ne Ne­ga­tiv­zin­sen. Der Tex­til­ma­schi­nen­kon­zern Rie­ter teilt mit, Mi­nus­zin­sen durch die Di­ver­si­fi­ka­ti­on der Gut­ha­ben über ver­schie­de­ne Ban­ken in der Re­gel zu ver­mei­den: «Dies wird je­doch zu­neh­mend an­spruchs­voll.» Schind­ler be­zahlt «auf ei­nem re­la­tiv klei­nen Teil» der über 2 Mrd. Fr. ho­hen Li­qui­di­tät Ne­ga­tiv­zin­sen. Auch Swatch Group nimmt Mi­nus­zin­sen nicht ein­fach hin. Im Jah­res­be­richt ist zu le­sen: «Um den Cash­be­stand nied­rig zu hal­ten, be­son­ders um Ne­ga­tiv­zin­sen zu ver­mei­den, wur­den 2016 im Rah­men ei­nes drei­jäh­ri­gen Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramms Ti­tel mit ei­nem Markt­wert von 332 Mio. Fr. zu­rück­ge­kauft.» Der Fi­nanz­chef von Küh­ne + Na­gel, Mar­kus Blan­ka-Graff, sieht das Gan­ze prag­ma­tisch: «Wir be­zah­len eben­so wie al­le an­de­ren Un­ter­neh­men 0,75% oder mehr auf De­pot­be­stän­den. Aber schliess­lich be­zahlt Küh­ne + Na­gel für die Si­cher­heit des Fran­kens und für die Tat­sa­che, dass die Di­vi­den­de in Fran­ken aus­ge­schüt­tet wird.» Kon­kur­rent Pa­nal­pi­na be­zahlt nach ei­ge­nen An­ga­ben Ne­ga­tiv­zin­sen «im mitt­le­ren sechs­stel­li­gen Be­reich». Um sie zu li­mi­tie­ren, ver­wen­det die Fi­nanz­ab­tei­lung ver­schie­de­ne Mit­tel wie kurz­fris­ti­ge An­la­gen in staats­na­he Be­trie­be und Un­ter­neh­men ver­schie­de­ner Bran­chen. Fi­nanz­chef Ro­bert Er­ni be­tont: «Li­qui­di­täts­pla­nung und Ri­si­ko­fä­hig­keit der Grup­pe dür­fen nicht be­ein­träch­tigt wer­den.» Me­tall Zug ha­be bis­lang kei­ne Mi­nus­zin­sen be­zahlt, hält Fi­nanz­chef Da­ni­el Keist fest. Et­wa die Hälf­te der Net­to­li­qui­di­tät wird in Wert­schrif­ten an­ge­legt, die zum gröss­ten Teil von Drit­ten im Rah­men ei­nes Ver­mö­gens­ver­wal­tungs­auf­trags ver­wal­tet wür­den. Die an­de­re Hälf­te, in Form flüs­si­ger Mit­tel, wird aus Ri­si­ko­über­le­gun­gen auf meh­re­re Ban­ken auf­ge­teilt. Keist er­gänzt: «Gleich­zei­tig wer­den so die Bar­be­stän­de pro Bank li­mi­tiert und Ne­ga­tiv­zin­sen ver­mie­den.»

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