Als klei­ner An­bie­ter in Asi­en den Ge­gen­be­weis an­tre­ten

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Glaubt man den Gross­ban­ken, ha­ben klei­ne An­bie­ter wie die VP Bank in Asi­en kei­ne Chan­ce. Zu hoch sei­en die Fix­kos­ten, zu gross die Ri­si­ken. Hin­ge­gen sagt Al­f­red Moeck­li, der CEO der VP Bank, dass das Asi­en­ge­schäft der Bank pro­fi­ta­bel sei und über ein er­freu­li­ches Wachs­tum be­rich­ten kön­ne. Wer hat Recht?

Ein­deu­tig lässt sich die­se Fra­ge nicht be­ant­wor­ten. Si­cher ist nur, dass man ei­ne UBS und ei­ne VP Bank – auch in Asi­en – nicht ver­glei­chen kann. Die ei­ne hat über 300 Mrd. Fr. ver­wal­te­te Ver­mö­gen in Asi­en. Die an­de­re be­treut von Hong­kong und Sin­ga­pur aus vi­el­leicht ei­ne Hand­voll Mil­li­ar­den. Die VP Bank be­treibt kein In­vest­ment Ban­king, wes- halb die Ri­si­ken tie­fer sein soll­ten. Al­ler­dings muss­te sie (wie die gros­se und klei­ne Kon­kur­renz auch) an­ge­sichts der Kor­rup­ti­ons­pro­ble­ma­tik ihr Kon­troll­sys­tem stär­ken.

Und wäh­rend Gross­ban­ken über ei­ne aus­ge­bau­te In­fra­struk­tur ver­fü­gen, läuft bei der VP al­les, was mög­lich ist, über Liech­ten­stein. Ob sich mit die­ser Stra­te­gie, die die VP Bank kürz­lich mit der Rück­stu­fung der Sin­ga­pu­rer Toch­ter­ge­sell­schaft in ei­ne Fi­lia­le be­stärk­te, ein Ge­schäft in Asi­en füh­ren lässt, wird sich wei­sen.

VP Bank prä­sen­tiert sich in Asi­en mit rund 50 Mit­ar­bei­ten­den als Bank mitt­le­rer Grösse. Auch in Asi­en ba­siert das Ge­schäfts­mo­dell der Bank auf den zwei stra­te­gi­schen Säu­len Pri­va­te Ban­king und In­ter­me­di­ärge­schäft. Die Ziel­märk­te um­fas­sen Süd­ost­asi­en, be­son­ders Sin­ga­pur, In­do­ne­si­en, Ma­lay­sia, Hong­kong und Thai­land. Da­bei wird ein Kun­den­seg­ment ab 1 Mio. sing. $ an­ge­peilt. Das heisst, dass bei VP in Asi­en auch klei­ne­re De­pots ab 600 000 Fr. höchst will­kom­men sind.

Ein Aspekt ist, dass der ty­pi­sche VP-Ban­kKun­de nicht un­be­dingt der asia­ti­sche Un­ter­neh­mer ist, son­dern ein In­ter­me­di­är, al­so ein un­ab­hän­gi­ger Ver­mö­gens­ver­wal­ter, Treu­hän­der oder Rechts­an­walt, der für sei­nen Kun­den auch ei­nen Stand­ort in Asi­en braucht. Das In­ter­me­di­ärge­schäft ist bei der VP-Grup­pe ins­ge­samt leicht grös­ser als das Di­rekt­kun­den­ge­schäft. Auch die wach­sen­de Zahl an In­ter­me­di­ärkun­den in Süd­ost­asi­en er­öff­net viel­ver­spre­chen­de Chan­cen, sagt die Bank. Klar ist für Moeck­li, dass die VP auch an den asia­ti­schen Stand­or­ten mehr Vo­lu­men braucht. Im Win­ter ver­han­del­te die VP of­fen­bar über den Kauf des Asi­en­ge­schäfts der fran­zö­si­schen CIC-Bank. Dar­aus wird nun of­fen­bar nichts. CIC soll in fran­zö­si­scher Hand blei­ben. Al­ter­na­tiv will Moeck­li das Wachs­tum durch die An­stel­lung von Kun­den­be­ra­tern for­cie­ren. Al­le Fi­nanz­da­ten zu VP Bank im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/VPB

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