Das Wich­tigs­te

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

die wäh­rend der Zeit des Strom­preis­zer­falls ein­ge­lei­te­ten Re­struk­tu­rie­rungs­mass­nah­men nun grei­fen. Die Un­ter­neh­men ha­ben durch Schul­den­ab­bau die Qua­li­tät ih­rer Bi­lanz ver­bes­sert und die Kos­ten ge­senkt. Be­son­ders ein­schnei­dend fie­len die Re­struk­tu­rie­rungs­be­mü­hun­gen in Deutsch­land aus: Eon la­ger­te 2016 die kon­ven­tio­nel­le (fos­si­le) Strom­er­zeu­gung und den Ener­gie­han­del an ei­ne neue Ge­sell­schaft na­mens Uni­per aus, um sich auf Über­tra­gungs­net­ze, er­neu­er­ba­re Ener­gi­en und Atom­strom kon­zen­trie­ren zu kön­nen. RWE tat das Um­ge­kehr­te, be­hielt die kon­ven­tio­nel­le und ato­ma­re Strom­er­zeu­gung so­wie den Ener­gie­han­del bei sich und grün­de­te für die Über­tra­gungs­net­ze und die er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en ei­ne neue Fir­ma na­mens In­no­gy.

Zu­dem ha­ben die Strom­kon­zer­ne ihr In­ves­ti­ti­ons­ver­hal­ten ver­än­dert. Sie in­ves­tie­ren we­ni­ger in den Un­ter­halt der kon­ven­tio­nel­len Strom­er­zeu­gung, da­für mehr in den Aus­bau von re­gu­lier­ten oder qua­si-re­gu­lier­ten Be­rei­chen wie Über­tra­gungs­net­ze und er­neu­er­ba­re Ener­gi­en (vgl. Grafik 3). Sie ver­bes­sern da­mit die Qua­li­tät ih­res Er­trags, denn in die­sen Be­rei­chen gel­ten (teil­wei­se) staat­lich fest­ge­leg­te, kos­ten­de­cken­de Prei­se, was sta­bi­le Ein­nah­men und Mar­gen ga­ran­tiert. Für die Zu­kunft zeich­net sich da­mit «Wachs­tum mit ge­rin­gem Ri­si­ko» ab, wie Andreas Schnel­ler, Port­fo­lio­ma­na­ger des EIC Ener­gy In­fra­struc­tu­re Fund bei EIC Part­ners, sagt. Die Gross­han­dels­prei­se für Strom ha­ben sich in Eu­ro­pa nach jah­re­lan­ger Bais­se von ih­rem Tief leicht er­holt. Die Strom­kon­zer­ne ha­ben die Bi­lan­zen sa­niert, die Kos­ten ge­senkt und in Wachs­tums­be­rei­che in­ves­tiert. All dies hat noch nicht voll auf die Be­wer­tung der Ak­ti­en von Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men durch­ge­schla­gen.

Re­gu­lie­rung vor­teil­haf­ter

Auch re­gu­la­to­risch steht für die Strom­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men ei­ne Wen­de vor der Tür, nach­dem po­li­ti­sche Wei­chen­stel­lun­gen in den Vor­jah­ren be­währ­te Ge­schäfts­mo­del­le stark be­ein­träch­tigt ha­ben. In der Politik ist näm­lich kon­sens­fä­hig ge­wor­den, dass Ka­pa­zi­täts­re­ser­ven in der kon­ven­tio­nel­len Strom­er­zeu­gung (Gas, Was­ser), die für Zei­ten be­reit­ge­hal­ten wer­den, in de­nen nur we­nig Son­nenoder Wind­kraft an­fällt, ab­ge­gol­ten wer­den müs­sen. Ge­run­gen wird noch dar­über, wie dies ab­ge­gol­ten wer­den und wer – der Steu­er­zah­ler oder der Strom­kon­su­ment – zah­len soll. Die ge­plan­te Re­vi­si­on des EUCO2-Em­mis­si­ons­han­delsys­tems dürf­te in­des den er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en wei­te­ren Schub ver­lei­hen.

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