Swatch Group und Vi­for Phar­ma

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Die Ak­tie von Swatch Group be­fin­det sich in ei­ner span­nen­den Kon­stel­la­ti­on: Sie steht auf Hö­he der im Au­gust 2016 ge­star­te­ten Trend­li­nie und gleich­zei­tig in der aus­ge­präg­ten Un­ter­stüt­zungs­zo­ne 350/360 Fr. Ein gu­ter Zeit­punkt, um Po­si­ti­on zu be­zie­hen. Hat sich nichts ge­än­dert, dann muss man nur das noch­mals tun, was über die letz­ten zehn Mo­na­te schon das Rich­ti­ge war.

Mei­ner An­sicht nach hängt aber rein gar nichts von der Trend­li­nie ab. Viel­mehr ist der Um­gang der In­ves­to­ren da­mit Aus­druck da­von, wie sie funk­tio­nie­ren. In Kennt­nis da­von las­sen sich grif­fi­ge Stra­te­gi­en ent­wi­ckeln.

War­ten auf Swatch Group

Die Wür­fel sind längst ge­fal­len. Ja, es hat im Mai ein «neu­es Hoch» ge­ge­ben. Doch das ist auch so, wenn ich die letz­ten Me­ter ei­nes Berg­gip­fels er­klim­me. Ent­schei­dend ist, dass es da nicht noch hö­her geht. Nicht um­sonst ist UHR vier Wo­chen nach dem «neu­en Hoch» auf das Ni­veau von vor fünf Mo­na­ten zu­rück­ge­fal­len: Der Lang­frist­trend kämpft mit sei­ner Sät­ti­gung. Die Preis­stei­ge­rung im April hat dar­aus so­gar ei­ne Über­sät­ti­gung ge­macht, die durch tie­fe­re Prei­se kom­pen­siert wer­den muss.

Vor­aus­sicht­lich be­fin­det sich Swatch Group et­wa auf hal­bem Weg ei­ner Kor­rek­tur, in de­ren wei­te­rem Ver­lauf dann auch die ro­te Chart­li­nie fal­len wird. Da­mit wird der ei­gent­lich schon län­ger lau­fen­de Pro­zess dann plötz­lich of­fen­sicht­lich. Das wird den drit­ten und letz­ten Teil der seit Mit­te Mai lau­fen­den Kor­rek­tur ein­läu­ten. Für mit­tel- und län­ger­fris­tig aus­ge­rich­te­te In­ves­to­ren ist Swatch Group im Au­gen­blick noch ziem­lich un­in­ter­es­sant, was sich auf tie­fe­rem Ni­veau je­doch än­dern wird.

Vi­for mei­den

Es gibt meh­re­re Grün­de, wes­halb ein Ana­ly­ti­ker mit glei­chen Da­ten zu ver­schie­de­nen Ein­schät­zun­gen kom­men kann. Manch­mal ist ei­ne Analyse nur ein bes­se­rer Be­richt der letz­ten Ge­scheh­nis­se, ver­sucht aber nicht ein­mal um die nächs­te Ecke zu bli­cken, weil sie an­de­re In­ter­es­sen als der Le­ser ver­folgt. Manch­mal sind bloss die In­ter­es­sen des ei­nen kurz­fris­ti­ger als die des an­de­ren. Be­son­ders häu­fig wird al­les in ei­nem Topf ver­mixt, wo­mit das Werk an Un­ver­fäng­lich­keit ge­winnt.

Zu Vi­for Phar­ma ha­ben wir En­de April ei­ne Ein­schät­zung aus­ge­ge­ben: Tak­tik Buy, Stra­te­gie mei­den. Der Ti­tel ha­be zwar Zwi­schen­er­ho­lungs­po­ten­zi­al, doch auf län­ger­fris­ti­ger Ebe­ne ge­be es kei­ne po­si­ti­ven Struk­tu­ren. In der Zwi­schen­zeit ha­ben sich die Din­ge selbst aus der län­ger­fris­ti­gen Per­spek­ti­ve nicht ge­bes­sert. Das ur­sprüng­li­che State­ment passt wei­ter­hin bes­tens und darf heu­te wie­der­holt wer­den.

Kurz­fris­tig se­he ich schon die Chan­ce, dass Vi­for noch­mals bis in den Raum 116/120 Fr. auf­schlies­sen könn­te. Doch dies steht we­gen der an­ge­streng­ten Lang­frist­tech­nik auf so wack­li­gem Fun­da­ment, dass ich auf ei­ne Be­wirt­schaf­tung die­ser Chan­ce ver­zich­ten wür­de. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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