Sin­ken­de Zins­er­war­tun­gen stüt­zen Gold

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - SCOTT IKUSS

Durch sei­ne ein­zig­ar­ti­gen Ei­gen­schaf­ten ist Gold un­trenn­bar mit der Ent­wick­lung des Zins­ni­veaus ver­knüpft. Die schein­ba­re Ab­kopp­lung der Zins­er­war­tun­gen des Mark­tes von den Pro­gno­sen des Fed birgt zu­neh­men­de Ri­si­ken. Mit­tel­fris­tig ist mit mehr Vo­la­ti­li­tät zu rech­nen, da bei wei­te­ren Zins­er­hö­hun­gen An­la­gen neu be­wer­tet wer­den müs­sen. Da sich die Fi­nan­zie­rungs­kon­di­tio­nen nach dem jüngs­ten Zins­schritt nicht er­heb­lich ver­schärft ha­ben, dürf­te das Ri­si­ko ei­nes geld­po­li­ti­schen Fehl­griffs sin­ken, und das Fed da­her eher be­reit sein, die Leit­zin­sen wei­ter an­zu­he­ben. Dem­ent­spre­chend wird der Gold­preis un­ter Druck ge­ra­ten, wenn die Markt­er­war­tun­gen Rich­tung der Fed-Pro­gno­se stei­gen. Wenn die Markt­teil­neh­mer je­doch rich­tig lie­gen und das Fed ge­zwun­gen wä­re, die Zins­pro­gno­sen nach un­ten an­zu­pas­sen, dürf­te der Gold­preis so­wohl von stei­gen­den Ri­si­ko­prä­mi­en als auch dem schwä­che­ren Dol­lar pro­fi­tie­ren.

Bei Pla­tin und Pal­la­di­um wird die Nach­fra­ge- und An­ge­bots­dy­na­mik von den Preis­er­war­tun­gen be­stimmt. Et­wa ein Drit­tel der Pla­tin­nach­fra­ge wird für Die­sel­ka­ta­ly­sa­to­ren ein­ge­setzt. Die­ser Markt ist in Eu­ro­pa je­doch rück­läu­fig. Da das An­ge­bot durch po­li­ti­sche Fak­to­ren weit­ge­hend un­elas­tisch ist, drückt die sin­ken­de Nach­fra­ge auf die Prei­se. Aus struk­tu­rel­len Grün­den dürf­te Pal­la­di­um län­ger­fris­tig teu­rer wer­den. Kurz­fris­tig sor­gen je­doch rück­läu­fi­ge Au­to­ab­satz­zah­len in den USA und Chi­na für Ge­gen­wind.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.