Chan­cen in Spa­ni­en und Ita­li­en

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - PE­TER BENT­LEY,

In den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ten­dier­ten die Kre­dit­märk­te im We­sent­li­chen ver­hal­ten, po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Er­eig­nis­se rück­ten in den Fo­kus. Es spricht der­zeit im­mer mehr für ei­nen zy­kli­schen Welt­wirt­schafts­auf­schwung, weil die glo­ba­le In­dus­trie­pro­duk­ti­on wie­der an­zieht, wäh­rend die Ar­beits­lo­sig­keit in den USA mit 4,3% so nied­rig ist wie zu­letzt vor der Fi­nanz­kri­se. Das Be­schäf­ti­gungs­wachs­tum im Eu­ro­raum hat mit 1,5% den höchs­ten Stand seit der Fi­nanz­kri­se er­reicht.

Die­se Fak­to­ren rei­chen je­doch nicht, um ei­ne un­er­war­tet zü­gi­ge Nor­ma­li­sie­rung der Geld­po­li­tik her­bei­zu­füh­ren, da die Kern- und die no­mi­na­le In­fla­ti­on nach wie vor welt­weit nur mo­de­rat sind. So ent­täusch­te die Teue­rung in den USA drei Mo­na­te in Fol­ge. Par­al­lel da­zu geht die EZB da­von aus, dass die In­fla­ti­on in Eu­ro­pa noch min­des­tens drei Jah­re un­ter der Ziel­vor­ga­be blei­ben wird. In der Fol­ge sind die Zins­dif­fe­ren­zen glo­ba­ler An­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät ge­schrumpft und lie­gen mit 115 Bp auf ei­nem Drei­jah­res­tief. Die­ses Ni­veau recht­fer­tigt ei­ne ge­wis­se Zu­rück­hal­tung.

Des­halb soll­ten An­le­ger bei ih­rer Al­lo­ka­ti­on se­lek­tiv vor­ge­hen, zu­mal die Top-Down-Analyse der ak­tu­el­len Ver­schul­dungs­trends dar­auf hin­deu­tet, dass wir uns be­reits in ei­nem fort­ge­schrit­te­nen Sta­di­um des Un­ter­neh­mens­an­lei­hen­zy­klus be­fin­den.

Viel­ver­spre­chen­de An­la­ge­chan­cen könn­ten eu­ro­päi­sche Bank­ti­tel bie­ten. Wäh­rend sich die Fun­da­men­tal­da­ten glo­ba­ler Un­ter­neh­mens­an­lei­hen ein­trü­ben, ver­bes­sern sich die Tier-1-Ka­pi­tal­quo­ten eu­ro­päi­scher Ban­ken. Sie lie­gen im Schnitt über 13%, nach­dem sie 2013 erst rund 10% be­tra­gen hat­ten. Im Sek­tor be­ste­hen wei­ter­hin Ri­si­ken, wie et­wa die Ab­wick­lung der spa­ni­schen Ban­co Po­pu­lar zeigt. Hier gab es die ers­ten Ver­lus­te von Tier-1-Bank­an­lei­hen zu­sätz­lich zu den Tier-2An­lei­hen des ge­strau­chel­ten Emit­ten­ten.

In­ves­to­ren könn­ten aber Mög­lich­kei­ten fin­den, ihr En­ga­ge­ment nach der Ab­wick­lung der Ban­co Po­pu­lar so­gar noch zu er­hö­hen, da sich so­wohl in Spa­ni­en als auch in Ita­li­en auf­grund von Er­ho­lungs­ten­den­zen in Bank­an­lei­hen vie­le at­trak­ti­ve An­la­ge­chan­cen er­öff­nen.

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