Die Schweiz ist fest in in­ter­na­tio­na­ler Hand

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - ML

Die Piz­za steht oben auf der Lis­te, wenn Schwei­zer Es­sen nach Hau­se be­stel­len. Das geht aus ei­ner Um­fra­ge von Eat.ch her­vor. Die vor bald zehn Jah­ren ge­grün­de­te On­line­platt­form ist Schwei­zer Markt­füh­re­rin für die Be­stel­lung von Es­sen. Je­de drit­te On­line-Be­stel­lung für Es­sen geht über die Platt­form von Eat.ch. Die an­de­ren bei­den grös­se­ren Platt­form­be­trei­ber, Foo­da­re­na und Lie­fer­ser­vice, kom­men auf ei­nen deut­lich klei­ne­ren An­teil (vgl. Gra­fik).

Eat.ch ge­hört seit 2015 zu Just Eat, die in London an der Bör­se ist. Auch Foo­da­re­na und Lie­fer­ser­vice sind in aus­län­di­scher Hand. Foo­da­re­na ge­hört De­li­very He­ro und Lie­fer­ser­vice Ta­kea­way.com (vgl. Haupt­text). In der Schweiz wird Es­sen im Wert von knapp 1 Mrd. Fr. pro Jahr nach Hau­se ge­lie­fert. Ein Vier­tel da­von wird on­line be­stellt. Die­sen An­teil will Do­mi­nic Mil­lioud er­hö­hen. Er ist Ge­schäfts­füh­rer für die Schweiz von Just Eat. «Der Schwei­zer be­stellt Es­sen we­ni­ger häu­fig als Kun­den aus Gross­bri­tan­ni­en oder Skan­di­na­vi­en.» Der Trend in der Schweiz zei­ge aber steil nach oben. «Ge­ne­rell ist die In­ter­netaf­fi­ni­tät in den nörd­li­chen Län­dern aus­ge­präg­ter als hier­zu­lan­de», sagt Mil­lioud.

Re­stau­rants, die bei Eat.ch prä­sent sind, ge­ben 11% des ver­mit­tel­ten Um­sat­zes an die Platt­form ab. Über­nimmt Eat.ch auch die Lie­fe­rung, steigt der An­teil auf 30%. Das ist für Eat.ch zwar pro­fi­ta­bler, ge­hört aber nicht zum Kern­ge­schäft. «Un­se­re Kern­kom­pe­tenz ist das Platt­form­ge­schäft», sagt Mil­lioud. Bei der Lie­fe­rung ar­bei­tet Eat.ch mit Part­nern zu­sam­men. Für 170 bis 180 Re­stau­rants über­nimmt sie auch die­sen Teil des Ge­schäfts. Den­noch ist das Lie­fer­ge­schäft für Eat.ch in­ter­es­sant, da das brei­te­re An­ge­bot die At­trak­ti­vi­tät der Platt­form er­hö­he.

Schweiz­weit gibt es laut Mil­lioud 25 000 bis 30 000 Re­stau­rants. «Da­von lie­fern rund 2000 Re­stau­rants Es­sen nach Hau­se», schätzt er. Bei Eat.ch sind fast 1700 Restau- rants. Da­bei sind so­wohl ein­hei­mi­sche Lo­ka­le wie auch in­ter­na­tio­na­le Food-Ket­ten wie Do­mi­nos Piz­za.

Piz­zaket­ten ha­ben den Heim­lie­fer­ser­vice schon vor Jah­ren ent­deckt. Nun sind auch Ham­bur­ger­ket­ten auf den Ge­schmack ge­kom­men. Für Mil­lioud ist das aber kei­ne Be­dro­hung. «Für uns ist es ei­ne gros­se Chan­ce, wenn in­ter­na­tio­na­le Ket­ten wie Bur­ger King und McDo­nald’s Heim­lie­fer­ser­vice auf der Agen­da ha­ben», sagt er. Die Ver­grös­se­rung des An­ge­bots hel­fe, den Ge­samt­markt vor­an­zu­trei­ben. Auch von Tech-Kon­zer­nen wie Ama­zon sieht er kei­ne Be­dro­hung, da sie kei­ne Platt­for­men be­trei­ben, son­dern die Lie­fe­rung über­neh­men.

Just Eat bie­tet den Re­stau­rants aber nicht nur ei­ne Platt­form. Das Un­ter­neh­men pro­du­ziert un­ter an­de­rem auch Piz­za­schach­teln und Ver­pa­ckun­gen al­ler Art so­wie Fly­er für die Re­stau­rants. Zu­dem kön­nen sich Re­stau­rants wie bei Goog­le Ads Topplat­zie­run­gen kau­fen. In die­sem Be­reich will das Un­ter­neh­men wei­ter zu­le­gen. Mil­lioud zeigt sich für das wei­te­re Wachs­tum op­ti­mis­tisch. Er schätzt, dass der Ge­samt­markt für Heim­lie­fe­run­gen pro Jahr 5 bis 10% wach­sen wird. Wei­ter stei­gern dürf­te sich auch der An­teil, der on­line be­stellt wird. Von bei­den Trends will die Schwei­zer Markt­füh­re­rin pro­fi­tie­ren.

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