Mahl­zei­ten aus dem Netz

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM - TR

Es­sen ist in al­ler Mun­de – zu­min­dest, wenn es im In­ter­net be­stellt wur­de. Mit­te Ju­ni hat die Über­nah­me von Who­le Foods durch Ama­zon.com die Bran­che ins Ram­pen­licht ge­rückt. Für 13,7 Mrd. $ war die Bio-Su­per­markt­ket­te der teu­ers­te Kauf in der Ge­schich­te des On­line-Wa­ren­händ­lers. Zwar geht es hier wie bei De­li­very He­ro und Kon­sor­ten nicht um fix­fer­ti­ge Ge­rich­te. Aber Ama­zon be­kommt durch den Zu­kauf Off­line-Fi­lia­len in Hun­der­ten von Städ­ten in den USA, an bes­ter La­ge, und tritt zu­dem in den Markt für Le­bens­mit­tel ein. Fast ein Drit­tel des Haus­halts­bud­gets gibt der Durch­schnitts­ame­ri­ka­ner für Es­sen aus. Dar­an wol­len auch an­de­re par­ti­zi­pie­ren.

Die­se Wo­che ging in den Staa­ten Blue Apron an die Bör­se. Die­se Ge­sell­schaft ist ei­nen Schritt wei­ter in der Es­sens­wert­schöp­fungs­ket­te. Ge­lie­fert wer­den, eben­so on­line be­stellt, Pa­ke­te mit Le­bens­mit­teln, in de­nen al­le Zu­ta­ten für ein Ge­richt ent­hal­ten sind. Das IPO (Initi­al Pu­b­lic Of­fe­ring) von Blue Apron war aber we­ni­ger er­bau­lich als das von De­li­very He­ro. Das US-Un­ter­neh­men konn­te nur 300 Mio. $ ein­wer­ben, ein Drit­tel we­ni­ger als er­hofft. In­ves­to­ren blie­ben skep­tisch. Als Grün­de da­für wur­den die wie bei De­li­very He­ro ho­hen Mar­ke­ting­kos­ten ge­nannt so­wie eben die neue On­line-Off­line-Kon­kur­renz durch den Ama­zon-Who­le-Foods-De­al. Wie sich das bis­her schwa­che Ab­schnei­den auf den Ri­va­len Sun Bas­ket aus­wirkt, der eben­so Bör­sen­hoff­nun­gen hegt, ist noch un­klar.

Auch die Start-up- und Klon­fa­brik von Ro­cket In­ter­net hält ne­ben De­li­very He­ro ei­nen wei­te­ren, mög­li­chen Bör­sen­kan­di­da­ten be­reit. Hel­lo Fresh ahmt das Mo­dell der Es­sens­box­lie­fe­ran­ten er­folg­reich nach, und ist un­ter an­de­rem auch in der Schweiz tä­tig. Die Ge­sell­schaft hat eben ein wei­te­res Bank­dar­le­hen über 60 Mio. € ge­holt. Schon En­de Mai hiess es in ei­ner Mel­dung der Nach­rich­ten­agen­tur Reu­ters, Hello­fresh ha­be Mor­gan St­an­ley, J. P. Mor­gan und die Deut­sche Bank man­da­tiert, ein IPO vor­zu­be­rei­ten. Ein ers­ter An­lauf vor zwei Jah­ren hat­te nicht ge­klappt. Die Be­wer­tung von 2,6 Mrd. € stiess bei In­ves­to­ren auf we­nig Ge­gen­lie­be. Nun könn­te es das Un­ter­neh­men im Ge­fol­ge von De­li­very He­ro in die­sem Herbst noch ein­mal ver­su­chen.

In­ves­to­ren, die sich lie­ber jetzt schon an ge­stan­de­nen Un­ter­neh­men be­tei­li­gen wol­len, wer­fen ei­nen Blick auf Bur­ger King und McDo­nald’s. Die Obe­ren der bei­den Fast­food­ket­ten ha­ben die Zei­chen der Zeit er­kannt. Bei­de Un­ter­neh­men lie­fern in aus­ge­wähl­ten Re­gio­nen Ham­bur­ger & Co. bis zur Haus­tür, teils in Ko­ope­ra­ti­on mit ört­li­chen Lie­fer­diens­ten.

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