Port­fo­li­o­fan­ta­sie für Hunt­s­manCla­ri­ant

Finanz und Wirtschaft - - INDUSTRIE -

Die Ar­bei­ten zur Fu­si­on von Cla­ri­ant und Hunt­s­man lau­fen. Doch die Skep­sis un­ter An­le­gern hält an: Die Ak­ti­en der Part­ner no­tie­ren auf resp. un­ter dem Ni­veau von vor der An­kün­di­gung – trotz ver­spro­che­ner Sy­ner­gi­en von min­des­tens 400 Mio. $, was ei­nem Zu­satz­wert von 3,5 Mrd. Fr. ent­spricht.

Auch in den USA und in Ka­na­da sind die Mei­nun­gen zu der am 22. Mai ver­mel­de­ten Trans­ak­ti­on ge­teilt, stell­ten die Che­mie­ana­lys­ten der UBS im Ge­spräch mit dor­ti­gen In­ves­to­ren fest. Ins­ge­samt sei der Sup­port in Nord­ame­ri­ka aber grös­ser als dies­seits des At­lan­tiks. Na­ment­lich die Chan­cen im Port­fo­lio­ma­nage­ment und das Po­ten­zi­al von Hunt­s­man wür­den hö­her ein­ge­stuft.

Zu­min­dest Ers­te­res ist nicht un­be­grün­det. Aus­sa­gen von Pe­ter Hunt­s­man, CEO von Hunt­s­man und künf­tig von Hunt­s­manCla­ri­ant, an der Ver­ti­cal Re­se­arch Part­ners Ma­te­ri­al Con­fe­rence Mit­te Ju­ni las­sen Port­fo­lio­mass­nah­men wahr­schein­lich er­schei­nen. Ob­wohl er or­ga­ni­schem Wachs­tum obers­te Prio­ri­tät ein­räu­me, wür­den Kauf­ge­le­gen­hei­ten nicht aus­ser Acht ge­las­sen.

Vor al­lem klei­ne­re, er­gän­zen­de Zu­käu­fe sind ihm zur Stär­kung des Ge­schäfts wich­tig. Doch auch Chan­cen für um­fas­sen­de­re im Um­fang von über 1 Mrd. $, wie sie sich al­le zwei, drei Jah­re bö­ten, wol­le er nut­zen – zu­mal sol­che Ak­qui­si­tio­nen für ein grös­se­res Un­ter­neh­men leich­ter zu stem­men sind.

In dem Zu­sam­men­hang er­wähn­te er auch die Mög­lich­keit, zur Fi­nan­zie­rung der­ar­ti­ger Wachs­tums­schrit­te auch mal Ak­ti­vi­tä­ten zu ver­kau­fen. Tex­ti­le Ef­fects zum Bei­spiel, Hunt­s­mans kleins­te Spar­te, könn­te für ei­nen an­de­ren Be­sit­zer mehr Wert ha­ben, sin­nier­te der CEO an der Kon­fe­renz.

Ein an­de­rer Kan­di­dat ist Plas­tics & Coa­tings. Die um­satz­stärks­te, aber mar­gen­schwächs­te Spar­te von Cla­ri­ant wur­de auf An­fang 2016 recht­lich ver­selb­stän­digt, um sie ih­ren Be­dürf­nis­sen ent­spre­chend bes­ser steu­ern zu kön­nen. Von ei­nem Ver­kauf dürf­te Cla­ri­ant vor al­lem we­gen des gu­ten und be­nö­tig­ten Cash­flows ab­ge­se­hen ha­ben. Bei Hunt­s­manCla­ri­ant wird die­ser Punkt in­des we­ni­ger Ge­wicht ha­ben. Des­sen un­ge­ach­tet sieht Pe­ter Hunt­s­man im brei­ten Port­fo­lio von Hunt­s­manCla­ri­ant kei­nen Nach­teil.

Be­vor am Port­fo­lio ge­feilt wer­den kann, muss die Fu­si­on je­doch erst un­ter Dach und Fach. Ge­plant ist ein Ab­schluss bis En­de Jahr. Vor­aus­set­zun­gen da­für sind grü­nes Licht der Be­hör­den so­wie der Ak­tio­nä­re bei­der Un­ter­neh­men. Miss­lingt es ei­nem der bei­den, aus­rei­chend An­teils­eig­ner zu über­zeu­gen, wird ei­ne Auf­he­bungs­zah­lung (Break Fee) von 60 Mio. $ fäl­lig.

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