Son­der­fall Re­se­arch

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Un­ter der Fi­nanz­markt­richt­li­nie Mi­fid 2 wird die Ent­schä­di­gung des von Ban­ken und Bro­kern pu­bli­zier­ten Re­se­arch ex­pli­zit ge­re­gelt. Bis­lang war das Ana­ly­se­pro­dukt Be­stand­teil ei­ner Kun­den­be­zie­hung und wur­de über die an­fal­len­den Han­dels­kom­mis­sio­nen ab­ge­gol­ten. Neu ist die Dienstleistung ex­pli­zit zu ver­rech­nen. Da­mit be­kommt das Re­se­arch ei­nen Preis. Un­ge­wiss ist, wie er be­stimmt wird. Un­ab­hän­gi­ge An­bie­ter dürf­ten pro­fi­tie­ren.

Dass Re­se­arch künf­tig ge­kauft wer­den muss, hat das Po­ten­zi­al, die In­dus­trie zu ver­än­dern. «Die Nach­fra­ge nach Ak­ti­en­Re­se­arch könn­te in den kom­men­den drei Jah­ren 30% ein­bre­chen», schrei­ben die Ana­lys­ten des Be­ra­tungs­un­ter­neh­mens McKin­sey in ei­ner Stu­die. Das dürf­te den Druck auf die Mit­ar­bei­ten­den er­hö­hen.

Der deut­li­che Rück­gang von 30 bis 40% in den Sa­les- und Han­dels­ab­tei­lun­gen könn­te in den kom­men­den Jah­ren auf die Re­se­ar­chEin­hei­ten über­schwap­pen.

Es ist wahr­schein­lich, dass sich das An­ge­bot an Re­se­arch in den kom­men­den Jah­ren ver­än­dert. Wenn Kun­den plötz­lich für Ana­ly- sen be­zah­len, wer­den sie wäh­le­risch. «Ban­ken und Bro­ker müs­sen sich auf das Re­se­arch kon­zen­trie­ren, das nach­ge­fragt wird. Sie wer­den ihr An­ge­bot an­pas­sen müs­sen», schrei­ben die McKin­sey-Ana­lys­ten.

Bis­lang war das nicht im­mer der Fall. McKin­sey ver­weist auf Un­ter­su­chun­gen, wo­nach der Wert von Un­ter­neh­mens­stu­di­en von den Kun­den als eher ge­ring an­ge­se­hen wird, aber ei­nen Gross­teil der Ar­beit von Ana­ly­se­häu­sern aus­macht.

Wie der Preis von Re­se­arch be­stimmt wird, ist un­ge­wiss. Re­se­arch-An­bie­ter, die nicht ge­nannt wer­den wol­len, sa­gen, dass sich die In­dus­trie noch nicht dar­über im Kla­ren ist, wel­cher Preis für Re­se­arch ver­langt wer­den kann und wie das Pro­dukt ver­kauft wer­den wird.

Die McKin­sey-Ana­lys­ten ge­hen da­von aus, dass Re­se­arch künf­tig in Form von Pa­ke­ten ver­kauft wird, ana­log zu Ka­bel­fern­seh­an­ge­bo­ten. Es dürf­te zwi­schen Ba­sis-, Pre­mi­u­mund Spe­zi­al­an­ge­bot un­ter­schie­den wer­den.

Be­son­ders ge­fragt ist der di­rek­te Zu­gang zu Ana­lys­ten und Un­ter­neh­men, da­für zah­len Kun­den auch in Zu­kunft.

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