At­trak­ti­ve Wer­muts­trop­fen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - BA

Die Bör­sen haus­sie­ren, am Markt herrscht Cham­pa­gner­lau­ne. Doch man­che mö­gen ganz ein­fach auch Sekt. Das be­weist je­den­falls der jähr­li­che Um­satz von rund 300 Mio. €, den Schloss Wa­chen­heim (Frankfurt: SWA, Kurs: 16.83 €, Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung 132 Mio. €) jähr­lich auf­weist. Die Ein­nah­men zei­gen zwar we­nig Dy­na­mik, da­für aber Sta­bi­li­tät. Eben­so die ope­ra­ti­ve Mar­ge vor Ab­schrei­bun­gen und Amor­ti­sa­ti­on, die sich seit lan­gem zwi­schen 9 und 10% be­wegt, der­zeit mit Ten­denz nach oben.

1888 als «Deut­sche Schaum­wein­fa­brik in Wa­chen­heim» ge­grün­det und 1996 mit der Sekt­kel­le­rei Fa­ber, Tri­er, ver­schmol­zen, hat sich Schloss Wa­chen­heim in den ver­gan­ge­nen knapp zwan­zig Jah­ren zu ei­nem der be­deu­tends­ten Schaum­wein- und Perl­wein­her­stel­ler Eu­ro­pas ent­wi­ckelt, be­schreibt sich das Un­ter­neh­men mit Sitz in Tri­er. Prä­sent ist die Grup­pe aus­ser in Deutsch­land auch in Frank­reich und Ost­mit­tel­eu­ro­pa. Ne­ben Schaum­wein und Perl­wein sind en­t­al­ko­ho­li­sier­te Schaum­wei­ne und Wei­ne, aber auch Wer­mut, Ci­der, Spi­ri­tuo­sen, an­de­re wein­hal­ti­ge Ge­trän­ke, al­ko­hol­freie Kin­der­ge­trän­ke und Qua­li­täts­wei­ne im Pro­gramm.

Das Wachs­tum ist ins­ge­samt be­schei­den. Doch im kom­men­den Ge­schäfts­jahr per En­de Ju­ni 2018 gibt es ei­nen klei­nen Sprung nach oben: Ge­ra­de hat Wa­chen­heim mit­ge­teilt, per 1. Ju­li ei­ne Mehr­heit an Rind­chen’s Wein­kon­tor über­nom­men zu ha­ben. Der Wein­händ­ler mit Sitz na­he Hamburg setzt mit über 800 Wei­nen rund 20 Mio. € um. Rind­chen’s Wein­kon­tor ge­hört zu den füh­ren­den Wein­an­bie­tern in Deutsch­land und ver­treibt sei­ne Pro­duk­te un­ter an­de­rem in ei­ge­nen Wein­fach­lä­den, im On­line­han­del und di­rekt an Gas­tro­no­mie und Fach­han­del. Die Wert­schöp­fungs­tie­fe wird aus­ge­wei­tet und das be­ste­hen­de Ge­schäft sehr gut er­gänzt, die Trans­ak­ti­on ist viel­ver­spre­chend.

Die Fi­nan­zen sind in Ord­nung. Die Ei­gen­ka­pi­tal­quo­te be­trägt mehr als 50%, die Net­to­ver­schul­dung er­reicht das 1,5-Fa­che des Ebit­da, was an­ge­sichts des sta­bi­len Ge­schäfts ge­sund ist. In den letz­ten Jah­ren lag die Ren­di­te auf das in­ves­tier­te Ka­pi­tal stets klar (bis zu vier Pro­zent­punk­te) über den durch­schnitt­li­chen Ka­pi­tal­kos­ten. Die Ti­tel sind al­ler­dings we­nig li­qui­de, der Streu­be­sitz (30%) ent­spricht ei­nem Bör­sen­wert von 40 Mio. €. Da­für sind sie güns­tig be­wer­tet, mit ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 11 für 2017/18 (per En­de Ju­ni) und ei­nem Un­ter­neh­mens­wert je Ebit­da von 6,5. Die Di­vi­den­den­ren­di­te be­trägt im­mer­hin 3%. Sehr zum Woh­le!

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