Phar­ma­ti­tel sind un­ter Druck

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - GA­BI WÜTHRICH

Nest­lé und die Gross­bank­ak­ti­en stüt­zen den SMI. Lo­gi­tech kün­digt Di­vi­den­den­er­hö­hung an.

Am Schwei­zer Ak­ti­en­markt ist es nach ei­ner Ver­schnauf­pau­se am Mitt­woch am Don­ners­tag und Frei­tag mar­kant ab­wärts­ge­gan­gen. Der Swiss Mar­ket In­dex (SMI) hat im Ver­gleich mit der Vor­wo­che 1,4% auf 8906,9 ver­lo­ren und da­mit die Mar­ke von 9000 ver­passt. Im ers­ten Se­mes­ter re­sul­tiert im­mer­hin ein Plus von 8,4%.

Den Leit­in­dex be­las­tet ha­ben Ro­che (GS, –3,4% im Wo­chen­ver­gleich): Die So­cié­té-Gé­né­ra­le-Ana­lys­ten ha­ben die Phar­maak­ti­en auf «Hal­ten» ab­ge­stuft, weil sie mit ver­mehr­ter Kon­kur­renz durch Bio­si­mi­lars rech­nen, die der Kon­zern nicht durch In­no­va­tio­nen aus­glei­chen kön­ne. Ein be­schleu­nig­tes EU-Zu­las­sungs­ver­fah­ren für den Pro­dukt­kan­di­da­ten Po­la­tu­zu­m­ab Ve­do­tin zur Be­hand­lung ei­nes ag­gres­si­ven Lym­phoms ver­moch­te die Ti­tel in der Fol­ge eben­so we­nig zu stüt­zen wie der Kauf der Dia­be­tes­ma­nage­ment­platt­form mySu­gr. Im ers­ten Halb­jahr ha­ben sie mit 5% we­ni­ger zu­ge­legt als der Ge­samt­markt.

No­var­tis (–4,7%) hat wie er­war­tet die EU-Zu­las­sung für Zy­kla­dia als Erst­li­ni­en­the­ra­pie bei ei­ner fort­ge­schrit­te­nen Form von Lun­gen­krebs er­hal­ten. In den Va­lo- ren, die seit Jah­res­be­ginn 7,7% an Wert ge­won­nen ha­ben, schien es al­ler­dings zu Ge­winn­mit­nah­men zu kom­men. Das Glei­che dürf­te für die Pa­pie­re der Phar­ma­zu­lie­fe­rer Sieg­fried (–3,1,%) und Lon­za (–0,6%) gel­ten, die im Halb­jahr 27,1 bzw. 26,4% avan­ciert sind. Dot­ti­kon ES (+5,4%) wei­te­ten da­ge­gen das All­zeit­hoch aus. Seit Jah­res­start ha­ben sie ih­ren Wert mehr als ver­dop­pelt.

Idor­sia klet­tern 16,8%

Die Bör­sen­neu­lin­ge Idor­sia ha­ben seit ih­rem De­büt am 16. Ju­ni eben­falls mar­kant ge­won­nen (+81%). Nach der Auf­sto­ckung der Be­tei­li­gung durch die Fa­mi­lie Clo­zel ha­ben sie al­lein die­se Wo­che 16,8% an Wert zu­ge­legt (vgl. Sei­te 6). Da­ge­gen tauch­ten Ku­ros 10,8%, nach­dem das Un­ter­neh­men gut 1,1 Mio. neue Ak­ti­en mit 12.50 Fr. am un­te­ren En­de der Preis­span­ne am Markt hat­te plat­zie­ren müs­sen. Mit den Ein­nah­men von min­des­tens 14,4 Mio. Fr. will Ku­ros die Kom­mer­zia­li­sie­rung der bei­den Haupt­pro­duk­te Ma­gne­tOs und Neu­ro­se­al vor­be­rei­ten.

Nest­lé (+1,6%) avan­cier­ten nach dem am Di­ens­tag nach Bör­sen­schluss an­ge­kün­dig­ten Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramm zu­nächst wei­ter, be­vor es am Don­ners­tag er­neut zu Ge­winn­mit­nah­men zu kom­men schien (vgl. Sei­te 9). Lindt & Sprüng­li (PS) no­tier­ten 4,8% tie­fer: Am Markt schei­nen Ge­rüch­te um ei­nen Ein­stieg von Nest­lé ver­stummt zu sein. Zu­dem ma­chen sich die An­le­ger of­fen­bar wei­ter Sor­gen um ei­ne mög­li­che Schwä­che im US-Ge­schäft.

Im Fi­nanz­sek­tor ha­ben die Va­lo­ren der Gross­ban­ken CS Group (+3,8%) und UBS (+4%) wei­ter von der gu­ten Sek­tor­stim­mung pro­fi­tiert. GAM (–5,9%) fie­len nach dem Aus­stieg von Ru­dolf Boh­li da­ge­gen deut­lich (vgl. Sei­te 6). Der Ver­si­che­rer Ba­loi­se (+0,4%) will mit der Über­nah­me der On­line-Um­zugs­platt­form Mo­vu neue Di­enst­leis­tun­gen er­schlies­sen. Über den Kauf­preis sei Still­schwei­gen ver­ein­bart wor­den.

Schind­ler kauft zu

Der Lift- und Roll­trep­pen­her­stel­ler Schind­ler (PS, –3,6%) gab den Kauf des deut­schen Bran­chen­nach­barn Dral­le Auf­zü­ge zu ei­nem nicht ge­nann­ten Preis be­kannt. Da­mit will er die Prä­senz Nord­rhein-West­fa­len er­hö­hen.

Lo­gi­tech (–1,8%), Te­me­nos (–2,6%) und AMS (–7,2%) lit­ten un­ter dem er­neu­ten Aus­ver­kauf in Tech­no­lo­gie­ti­teln. In Lo­gi­tech ver­moch­te auch die an­ge­kün­dig­te Di­vi­den­den­er­hö­hung von 10% auf 0.62 Fr. pro Ti­tel für das Ge­schäfts­jahr 2016/17 (per En­de März) nicht zu stüt­zen.

Die West­schwei­zer Ener­gie­ver­sor­ger Ro­man­de Ener­gie (+1%) und EOS wer­den in Cha­va­lon kein Gas­kom­bik­raft­werk er­rich­ten. Sie ge­ben das Pro­jekt aus wirt­schaft­li­chen Grün­den auf und ver­kau­fen ih­re An­tei­le. Das auf 600 Mio. Fr. ver­an­schlag­te Kraft­werk hät­te jähr­lich 2 bis 3 Te­ra­watt­stun­den Strom er­zeugt und hät­te 500 000 Haus­hal­te ver­sor­gen kön­nen.

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