Der In­no­va­tor

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT - PE­TER MORF

Wer in der Schweiz nach in­no­va­ti­ven Un­ter­neh­men sucht, stösst rasch auf Co­met. Das High-Tech-Un­ter­neh­men ist in drei Tech­no­lo­gi­en tä­tig – Plas­ma, Rönt­gen und Ebeam – und ge­hört in al­len zur Welt­spit­ze. Das Un­ter­neh­men wird seit Mai von ei­nem neu­en CEO ge­führt, der stets in sehr in­no­va­ti­ven Un­ter­neh­men ak­tiv war. Re­né Leng­gen­ha­ger lei­te­te zu­letzt die Bru­ker Bi­oSpin Group und ar­bei­te­te zu­vor für Mett­ler-To­le­do.

Er un­ter­schei­det zwei Ar­ten von In­no­va­tio­nen: Die dis­rup­ti­ve, die ra­di­kal neue Pro­zes­se und Tech­no­lo­gi­en her­vor­bringt, so­wie je­ne, die sich lang­sam aus be­ste­hen­dem Know-how ent­wi­ckelt. Co­met in­ves­tiert in bei­de, mit Ebeam auch in ei­ne ra­di­kal neue, dis­rup­ti­ve In­no­va­ti­on. Wich­ti­ge Ele­men­te der In­no­va­ti­ons­för­de­rung sind für Leng­gen­ha­ger ein mög­lichst gros­ser Spiel­raum für die ent­spre­chen­den Teams und Feh­ler­to­le­ranz. Pro­jek­te kön­nen schei­tern – das muss mög­lich sein und darf nicht be­straft wer­den. An­rei­ze sind wich­tig, sie müs­sen aber nicht fi­nan­zi­el­ler Art sein. Ge­mäss Leng­gen­ha­gers Er­fah­rung ist es wich­ti­ger, dass sich die Mit­ar­bei­ter pro­fi­lie­ren kön­nen und ih­re Er­fol­ge als sol­che er­kannt und an­er­kannt wer­den. Klar ist für ihn, dass nur mo­ti­vier­te Mit­ar­bei­ter für Er­folg sor­gen kön­nen. Ent­spre­chend sieht sich der neue Chef als Te­am­play­er und Mo­ti­va­tor.

In ei­nem Be­reich sieht Leng­gen­ha­ger für die Schwei­zer In­dus­trie zu­neh­mend Schwie­rig­kei­ten: Die be­nö­tig­ten Fach­kräf­te zu fin­den. Es brau­che schon heu­te viel Zeit, zu den rich­ti­gen Leu­ten zu kom­men. Es be­rei­tet ihm Sor­gen, dass die Re­kru­tie­rung von Fach­kräf­ten im Aus­land auf­grund po­li­ti­scher Ent­schei­de in Zu­kunft noch schwie­ri­ger wer­den dürf­te. Er möch­te da­ge­gen «ein mul­ti­kul­tu­rel­les Um­feld schaf­fen, das ist sehr be­fruch­tend».

Co­met hat un­ter sei­nem Vor­gän­ger Ro­nald Fehl­mann in den ver­gan­ge­nen Jah­ren sehr gu­te Er­geb­nis­se ge­lie­fert. Die Ge­schäf­te mit den Tech­no­lo­gi­en in der zer­stö­rungs­frei­en Ma­te­ri­al­prü­fung und Si­cher­heit (Rönt­gen) so­wie im Halb­lei­ter­ge­schäft (Plas­ma) lau­fen her­vor­ra­gend. Das Ebeam-Ge­schäft (Be­hand­lung von Ober­flä­chen) ist noch im Auf­bau be­grif­fen und dürf­te ab 2020 nen­nens­wer­te Ge­winn­bei­trä­ge lie­fern. Leng­gen­ha­ger weiss, dass die Lat­te nach den Re­kord­er­geb­nis­sen 2016 hoch liegt. Er sieht dies als Her­aus­for­de­rung: «Co­met ist ei­ne Er­folgs­ge­schich­te, ich möch­te sie wei­ter schrei­ben.» Die Gui­dance für 2017 ist ge­setzt: An­ge­strebt wer­den ein Um­satz von 370 bis 390 Mio. Fr. so­wie ei­ne Ebit­da-Mar­ge zwi­schen 13 und 15%.

Der Chef ist für die Her­aus­for­de­run­gen ge­rüs­tet: Nach ei­ner Aus­bil­dung als Che­mie­la­bo­rant bil­de­te er sich als Elek­tro­in­ge­nieur wei­ter und stu­dier­te und pro­mo­vier­te an der ETH Zü­rich in Phy­sik. Zu­dem hat er an der Uni­ver­si­tät St. Gal­len ei­nen MBA er­wor­ben.

Trotz sei­ner Aus­bil­dung so­wie Füh­rungs­funk­tio­nen blieb er mit bei­den Füs­sen auf dem Bo­den. Der 57-Jäh­ri­ge er ist ver­hei­ra­tet und Va­ter zwei­er Kin­der, liebt die Ber­ge. Im Win­ter ist er auf Ski­tou­ren und im Som­mer wan­dernd im Ge­bir­ge un­ter­wegs. Wich­ti­ges An­lie­gen sind ihm zu­dem Aus­bil­dungs­fra­gen. Er en­ga­giert sich als Lei­ter Fach­aus­schuss Elek­tro­tech­nik an der Fach­hoch­schu­le in Rap­pers­wil, de­ren Hoch­schul­rat er bis 2016 an­ge­hört hat­te.

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