Me­tho­de: Wie wur­de be­wer­tet?

Finanz und Wirtschaft - - KING 2017 -

Die 168 an der Schwei­zer Bör­se ko­tier­ten Un­ter­neh­men, die im Ver­wal­tungs­rats-Ran­king 2017 der «Fi­nanz und Wirt­schaft» und des Ak­tio­närs­dienst­leis­ters zRa­ting an­ge­tre­ten sind, konn­ten in 26 Ka­te­go­ri­en ma­xi­mal 38 Punk­te er­zie­len. Be­wer­tet wur­den die Or­ga­ni­sa­ti­on und die Zu­sam­men­set­zung der Ver­wal­tungs­rä­te ( VR), de­ren Un­ab­hän­gig­keit, die Be­ach­tung der we­sent­li­chen recht­li­chen Vor­schrif­ten (Com­p­li­an­ce), die In­for­ma­ti­ons­po­li­tik ( Trans­pa­renz von Or­ga­ni­sa­ti­on und Ar­beit) so­wie die Ent­schä­di­gungs- und Be­tei­li­gungs­mo­del­le.

Der Kri­te­ri­en­ka­ta­log ori­en­tiert sich in­halt­lich an an­er­kann­ten Grund­sät­zen der kor­rek­ten Un­ter­neh­mens­füh­rung, ge­setz­li­chen Grund­la­gen, Selbst­re­gu­lie­rungs­in­stru­men­ten und am Ent­wurf des Bun­des­rats zur Ak­ti­en­rechts­re­vi­si­on. Ge­gen­über dem letzt­jäh­ri­gen Ver­wal­tungs­rats-Ran­king neu in den Kri­te­ri­en­ka­ta­log auf­ge­nom­men wur­den An­ga­ben zur Sit­zungs­teil­nah­me und zu den Kom­pe­ten­zen der Ver­wal­tungs­rä­te. Vier Kri­te­ri­en fie­len weg. Das Ver­wal­tungs­rats-Ran­king 2017 kann des­halb nur be­dingt mit dem­je­ni­gen der Vor­jah­re ver­g­li­chen wer­den.

Die Kri­te­ri­en und die Ge­wich­tung nach Punk­ten ent­spre­chen de­nen des zRa­ting, das die Un­ter­neh­mens­füh­rungs­po­li­tik (Cor­po­ra­te Go­ver­nan­ce) von Schwei­zer Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten auf der Ba­sis der Ge­schäfts­be­rich­te 2016 und der Ge­ne­ral­ver­samm­lun­gen 2017 un­ter­sucht. Ein Un­ter­neh­men er­hielt die vol­le Punkt­zahl, wenn es fünf bis neun (SPI Ex­tra) resp. zwölf (SMI) Mit­glie­der im Ver­wal­tungs­rat hat (2 Punk­te), wenn die Gre­mi­ums­mit­glie­der zu­sam­men über ge­nü­gend Kom­pe­ten­zen ver­fü­gen (3), der Frau­en­an­teil im VR 20% oder mehr be­trägt (1), es nicht mehr als drei VR-Aus­schüs­se gibt (1), die Gre­mi­ums­grös­se auf bis zu neun Per­so­nen li­mi­tiert ist (1), sechs oder mehr VR-Sit­zun­gen pro Jahr statt­fin­den (1) so­wie An­ga­ben über die Sit­zungs­teil­nah­me der Ver­wal­tungs­rats­mit­glie­der vor­han­den sind (1).

Al­le mög­li­chen Punk­te gab es wei­ter, wenn die VR-Mit­glie­der höchs­tens fünf Dritt­man­da­te in an­de­ren ko­tier­ten Un­ter­neh­men ha­ben (2), mehr als 75% der Ver­wal­tungs­rats­mit­glie­der un­ab­hän­gig sind (4), der Prä­si­dent des Ver­gü­tungs­aus­schus­ses un­ab­hän­gig ist (1), der VR-Prä­si­dent nur zwei oder we­ni­ger wei­te­re we­sent­li­che Man­da­te wahr­nimmt (1) und die Po­si­tio­nen von VRPrä­si­dent und CEO un­ter­schied­lich be­setzt sind (2).

Ein wei­te­rer Punkt war zu ho­len, wenn in den letz­ten drei Jah­ren kein Sank­ti­ons­ent­scheid der SIX Swiss Ex­ch­an­ge Re­gu­la­ti­on er­gan­gen ist. Wa­ren die Sta­tu­ten (1), der Co­de of Con­duct (1), das Or­ga­ni­sa­ti­ons­re­gle­ment (1) und die Be­schlüs­se der Ge­ne­ral­ver­samm­lung mit den Ab­stim­mungs­er­geb­nis­sen (2) auf der Web­site zu fin­den, re­sul­tier­te eben­falls die vol­le Punkt­zahl. Die höchs­te Punkt­zahl gab es auch, wenn die Ge­samt­ver­gü­tung des VR-Prä­si­den­ten 300 000 Fr. nicht über­schritt (2), die Ak­ti­en­be­tei­li­gung pro Mit­glied des VR bzw. der GL grös­ser als 150 000 Fr. war (1), es re­la­ti­ve oder ab­so­lu­te Ver­gü­tungs­ober­gren­zen (1) und ein klas­si­sches Ak­ti­en­pro­gramm für den VR gab (1), auf exo­ti­sche Ver­gü­tungs­kom­po­nen­ten et­wa für Steu­er­be­ra­tung, Dis­lo­zie­rungs­kos­ten oder An­tritts­prä­mi­en ver­zich­tet wird (1). Be­wer­tet wur­den schliess­lich die Ge­samt­ver­gü­tung von Ver­wal­tungs­rat und Ge­schäfts­lei­tung in Re­la­ti­on zum Be­triebs­ge­winn (Ebit­da; 1), die lang­fris­ti­ge Aus­rich­tung des Ver­gü­tungs­mo­dells (1) so­wie sei­ne Trans­pa­renz (2) und Ver­ständ­lich­keit (2).

Bei glei­chem Punkt­stand gab die Un­ab­hän­gig­keit des Ver­wal­tungs­rats den Aus­schlag, ba­sie­rend auf dem pro­zen­tua­len An­teil un­ab­hän­gi­ger Mit­glie­der. Ins­ge­samt wur­den im Ver­wal­tungs­ratsRan­king 168 Un­ter­neh­men un­ter­sucht. Die em­pi­ri­sche Un­ter­su­chung legt den Fo­kus auf Schwei­zer Pu­bli­kums­ge­sell­schaf­ten des Swiss Mar­ket In­dex (SMI) und des Swiss Per­for­mance In­dex Ex­tra (SPI Ex­tra) so­wie auf aus­ge­wähl­te Un­ter­neh­men des Swiss All Sha­re In­dex, die dem Schwei­zer Ak­ti­en­recht un­ter­ste­hen.

Der SPI Ex­tra um­fasst Schwei­zer Ne­ben­wer­te und wird seit 2004 von der Schwei­zer Bör­se be­rech­net. Er ent­hält mit Aus­nah­me der Schwei­zer Blue Chips aus dem SMI al­le in der Schweiz pri­mär­ko­tier­ten Un­ter­neh­men mit ei­nem Free Float von min­des­tens 20%. Der SMI ent­hält die zwan­zig li­qui­des­ten und gröss­ten Ti­tel aus dem SPI und steht für rund 85% der Ge­samt­ka­pi­ta­li­sie­rung des Schwei­zer Ak­ti­en­mark­tes.

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