Wie An­le­ger Über­nah­me­zie­le auf­spü­ren kön­nen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Die Rah­men­be­din­gun­gen im glo­ba­len M&AGe­schäft dürf­ten im wei­te­ren Jah­res­ver­lauf vor­teil­haft blei­ben (vgl. Haupt­text). Da­von kön­nen auch An­le­ger pro­fi­tie­ren – wenn es denn ge­lingt, Über­nah­me­kan­di­da­ten früh­zei­tig zu iden­ti­fi­zie­ren und die Ak­qui­si­ti­ons­prä­mie ab­zu­schöp­fen.

Die rich­ti­gen Über­nah­me­zie­le aus­fin­dig zu ma­chen, ist zwar gröss­ten­teils Glücks­sa­che. Doch gibt es durch­aus Fak­to­ren, die dar­auf hin­deu­ten, wie hoch die Wahr­schein­lich­keit ei­ner Ak­qui­si­ti­on aus­fällt.

Vor kur­zem ha­ben die Ana­lys­ten von So­cié­té Gé­né­ra­le ei­ne Se­lek­ti­on vor­ge­nom­men. Da­zu wur­de ein glo­ba­les Ak­ti­en­uni­ver­sum von 2100 Ti­teln be­trach­tet. Als Aus­gangs­punkt dien­ten al­le Un­ter­neh­men mit ei­nem Bör­sen­wert von über 3 Mrd. $, de­ren Ti­tel sich zu min­des­tens zur Hälf­te im Streu­be­sitz be­fin­den (Free Float). Da­mit soll si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Va­lo­ren am Markt re­ge ge­han­delt wer­den.

Wer ei­ne Ge­sell­schaft über­nimmt, will da­für nicht zu viel be­zah­len. Die Ana­lys­ten schlos­sen des­halb Ge­sell­schaf­ten aus, die im di­rek­ten Sek­tor­ver­gleich teu­er er­schei­nen. Aus­ge­wählt wur­den nur Un­ter­neh­men, de­ren vor­wärts­ge­rich­te­tes Kurs- Ge­winn- und Kurs-Um­satz-Ver­hält­nis un­ter dem je­wei­li­gen Bran­chen­me­di­an no­tiert.

Zu­dem soll das Über­nah­me­ziel Po­ten­zi­al für ei­ne Re­struk­tu­rie­rung bie­ten. Als Kon­se­quenz wur­den nur Ge­sell­schaf­ten be­rück­sich­tigt, de­ren Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te und Mar­ge auf Stu­fe Ebit (Ge­winn vor Zin­sen und Steu­ern) so­wie de­ren er­war­te­tes Ge­winn- und Um­satz­wachs­tum hin­ter dem Bran­chen­schnitt zu­rück­ge­blie­ben sind.

In ei­nem wei­te­ren Schritt wur­den Un­ter­neh­men aus der Grup­pe ent­fernt, die die höchs­te Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung in ih­rer Bran­che auf­wei­sen – ist ih­re Ak­qui­si­ti­on doch al­lein we­gen des Feh­lens ei­nes ge­nü­gend po­ten­ten Käu­fers un­wahr­schein­lich. Als Letz­tes nah­men die zu­stän­di­gen SocGen-Ana­lys­ten noch ei­ne qua­li­ta­ti­ve Beur­tei­lung vor.

Für Eu­ro­pa spuckt der Ak­ti­en­screen ins­ge­samt acht­zehn Un­ter­neh­men aus (vgl. Ta­bel­le 1). Dar­un­ter fi­gu­rier­te (Stand April) auch der Schwei­zer Che­mie­kon­zern Cla­ri­ant, der im Mai tat­säch­lich be­kannt gab, sich mit dem US-Wett­be­wer­ber Hunt­s­man zu­sam­men­zu­schlies­sen. Die Fu­si­on ist al­ler­dings noch nicht in tro­cke­nen Tü­chern.

Par­al­lel zur Ana­ly­se gross­ka­pi­ta­li­sier­ter Kon­zer­ne hat So­cié­té Gé­né­ra­le auch Über- nah­me­kan­di­da­ten im Small- und Mid-Ca­pSeg­ment iden­ti­fi­ziert (vgl. Ta­bel­le 2). Gera­de bei klei­ne­ren Un­ter­neh­men liegt der Nut­zen für den Ak­qui­si­teur häu­fig in ei­ner spe­zi­fi­schen Ni­schen­tech­no­lo­gie oder ei­nem Ni­schen­pro­dukt. Die Ana­lys­ten stütz­ten sich hier des­halb nicht auf kon­kre­te Fi­nanz­kenn­zah­len, son­dern nah­men die Aus­wahl auf qua­li­ta­ti­ver Ebe­ne vor.

Als po­ten­zi­el­les Über­nah­me­ziel wird bei­spiels­wei­se EOS Ima­ging ein­ge­stuft – ein fran­zö­si­sches Un­ter­neh­men, das sich auf Sys­te­me zur Er­stel­lung von 2-D- und 3-DRönt­gen­bil­dern spe­zia­li­siert hat (vgl. www. fuw.ch/080717-5). Die da­bei ein­ge­setz­te Tech­no­lo­gie bie­tet ei­ni­ge Vor­tei­le, wird doch dank ei­ner hö­he­ren Emp­find­lich­keit der Ma­schi­nen die Strah­len­be­las­tung ge­gen­über tra­di­tio­nel­len Ver­fah­ren deut­lich ver­rin­gert.

Ge­mäss So­cié­té Gé­né­ra­le kom­men als mög­li­che Käu­fer nicht nur in der Dia­gnos­tik tä­ti­ge Gross­kon­zer­ne wie Sie­mens, Ge­ne­ral Electric, Phi­lips oder Min­dray in Fra­ge. Auch Med­tech-Un­ter­neh­men wie Stry­ker oder Med­t­ro­nic, mit de­nen EOS Ima­ging en­ge Ko­ope­ra­tio­nen un­ter­hält, könn­ten an ei­ner Ak­qui­si­ti­on in­ter­es­siert sein.

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