US-Job­markt heizt sich auf

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - CG

Der ame­ri­ka­ni­sche Ar­beits­markt ge­winnt an Dy­na­mik zu­rück. Ge­mäss dem Sta­tis­tik­amt BLS hat die US-Wirt­schaft im Ju­ni 222 000 Stel­len ge­schaf­fen. Das sind klar mehr als die knapp 180 000 Jobs, die Öko­no­men pro­gnos­ti­ziert hat­ten. Eben­so er­freu­lich fal­len die Re­vi­sio­nen der Zah­len für April und Mai aus. Dem­nach sind in den bei­den Vor­mo­na­ten ins­ge­samt 47 000 mehr Ar­beits­plät­ze ent­stan­den als ur­sprüng­lich be­rech­net. Die Ar­beits­lo­sen­quo­te ist leicht auf 4,4% ge­stie­gen, nach­dem sie im Mai auf den tiefs­ten Stand seit rund sech­zehn Jah­ren ge­sun­ken war.

Im Fe­deral Re­ser­ve dürf­te das für Be­ru­hi­gung sor­gen. Wa­ren die Nach­rich­ten zum Ar­beits­markt zu­letzt mäs­sig bis ent­täu­schend aus­ge­fal­len, ha­ben sich die Aus­sich­ten die­se Wo­che auf­ge­hellt. Die neus­ten Da­ten vom Frei­tag ein­ge­rech­net, sind seit An­fang 2017 im Schnitt je­weils 180 000 Stel­len mo­nat­lich hin­zu­ge­kom­men. Das ent­spricht un­ge­fähr der so­li­den Ka­denz des Vor­jah­res. Ei­ne er­freu­li­che Ten­denz zei­gen eben­so Vor­lau­fin­di­ka­to­ren zur In­dus­trie und zum Di­enst­leis­tungs­sek­tor, die über­ra­schend deut­lich an­ge­zo­gen ha­ben.

Löh­ne ent­täu­schen er­neut

Ein kur­zer Blick auf die De­tails be­stä­tigt die ro­bus­te Ent­wick­lung. Mit rund 35 000 zu­sätz­li­chen Jobs ha­ben lo­ka­le Be­hör­den­stel­len zwar un­ge­wöhn­lich stark zum Stel­len­wachs­tum im Ju­ni bei­ge­tra­gen. Selbst da­mit blei­ben die 187 000 neu ge­schaf­fe­nen Ar­beits­plät­ze im Pri­vat­sek­tor aber er­mu­ti­gend. Am bes­ten lief es in den Sek­to­ren Ge­sund­heit, Ge­schäfts­dienst­leis­tun­gen, Gast­ge­wer­be und Bau. Ein Schwach­punkt bleibt hin­ge­gen die Lohn­ent­wick­lung. Mit ei­ner Zu­nah­me von 2,5% auf 26.25 $ pro St­un­de bleibt sie wei­ter­hin nur ver­hal­ten. Auch ver­harrt die Er­werbs­quo­te mit 62,8% auf his­to­risch tie­fem Ni­veau.

«Für das Fed ist je­doch ent­schei­dend, dass das Stel­len­wachs­tum an­ge­sprun­gen ist. Das be­stä­tigt sei­ne Sicht­wei­se, dass die schwa­chen Da­ten im Früh­ling nur ei­ne tem­po­rä­re Del­le wa­ren und die Ar­beits­lo­sen­quo­te wei­ter sin­ken wird», meint Ian She­pherd­son vom Re­se­arch­dienst Pan­the­on Ma­cro­eco­no­mics.

Start frei für Bi­lanz­ab­bau

Am letz­ten Tref­fen von Mit­te Ju­ni hat die US-No­ten­bank klar­ge­macht, dass sie noch die­ses Jahr mit dem Ab­bau ih­rer rund 4500 Mrd. $ gros­sen Bi­lanz be­gin­nen will. Ge­mäss dem die­se Wo­che ver­öf­fent­lich­ten Sit­zungs­pro­to­koll sind sich die Wäh­rungs­hü­ter bis­lang je­doch un­ei­nig, wann ge­nau sie die­ses heik­le Un­ter­fan­gen star­ten wol­len.

Die Fi­nanz­märk­te re­agier­ten am Frei­tag freund­lich auf die Job­da­ten. Die Bör­sen in New York ten­dier­ten zur Han­dels­er­öff­nung fes­ter, wäh­rend die Ren­di­ten auf lang­fris­ti­ge Staats­an­lei­hen aber­mals klet­ter­ten. Der Dol­lar no­tier­te fes­ter. Wall­s­treet er­war­tet, dass die No­ten­bank eher frü­her als spä­ter mit der Nor­ma­li­sie­rung der Bi­lanz be­gin­nen wird. Die meis­ten In­ves­to­ren rech­nen für die Fed-Sit­zung von Mit­te Sep­tem­ber mit ei­nem vor­sich­ti­gen Auf­takt, der ei­ne Schrump­fung von le­dig­lich 10 Mrd. $ pro Mo­nat vor­sieht. Hin­zu kom­men könn­te dann En­de Jahr ein wei­te­rer Zins­schritt, wo­bei die Chan­cen da­für im Ter­min­han­del nach wie vor nur auf fünf­zig zu fünf­zig be­zif­fert wer­den.

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