Für Eu­ro­pa po­si­tio­nie­ren

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MA­XI­ME PERRIN,

Vie­le Fak­to­ren stim­men für Eu­ro­pa po­si­tiv: die über­ra­schen­de Stär­ke des Wirt­schafts­wachs­tums der Eu­ro­zo­ne, das gu­te Ge­schäfts­kli­ma, das ho­he Ver­brau­cher­ver­trau­en, nach­las­sen­de po­li­ti­sche Un­si­cher­heit und die Er­ho­lung des Ar­beits­mark­tes. Für die Re­gi­on hellt sich der Aus­blick auf.

In der Tat wur­de der jüngs­te Auf­schwung in Eu­ro­pa von den In­land­aus­ga­ben ge­tra­gen. Seit Jah­res­be­ginn wach­sen die Kon­sum­aus­ga­ben in der Eu­ro­zo­ne ro­bust. Und auch die In­ves­ti­tio­nen er­ho­len sich, wäh­rend sich der Ein­zel­han­del (un­ty­pi­scher­wei­se) als Hemm­schuh er­wie­sen hat.

Auf po­li­ti­scher Sei­te wa­ren die Wahl in Gross­bri­tan­ni­en und die Aus­sicht, dass ei­ne Wahl in Ita­li­en in die­sem Jahr wahr­schein­lich nicht mehr statt­fin­det, wei­te­re Grün­de, um für eu­ro­päi­sche Ver­mö­gens­wer­te po­si­tiv ge­stimmt zu sein. Ein Vor­stoss des fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten Ma­cron, auf ei­ne wei­ter ge­hen­de In­te­gra­ti­on in der Eu­ro­zo­ne nach den Wah­len in Deutsch­land im Sep­tem­ber hin­zu­wir­ken, könn­te so­gar den «Kon­ver­genz­tra­de» wie­der­be­le­ben und den Eu­ro stär­ken.

In den USA da­ge­gen ist das Bild kom­ple­xer. Nach fast ei­nem Jahr­zehnt star­ken de­fla­tio­nä­ren Drucks liess der brei­te Kon­sens in den ver­gan­ge­nen sechs Mo­na­ten die lang er­hoff­te Rück­kehr der In­fla­ti­on er­war­ten. So ging die US-No­ten­bank (Fed) zu Be­ginn die­ses Jah­res von drei Zins­er­hö­hungs­schrit­ten 2017 aus, der Markt eben­so. In Er­war­tung des In­fla­ti­ons­an­stiegs und der Leit­zins­an­he­bun­gen stie­gen die An­lei­he­ren­di­ten ste­tig.

Die­se Zins­zu­ver­sicht liess dann in dem Mas­se nach, wie der An­lei­he­markt be­gann, den Kurs des Fed in Fra­ge zu stel­len. De­fla­ti­ons­be­für­wor­ter, die auf In­di­zi­en für ei­ne sich ver­lang­sa­men­de In­fla­ti­on ver­wie­sen, ar­gu­men­tier­ten, dass die Kern­in­fla­ti­on ih­ren Hö­he­punkt in die­sem Zy­klus be­reits er­reicht ha­be und sich die Trend­wachs­tums­ra­te der US-Wirt­schaft eher ver­lang­sa­men als be­schleu­ni­gen wer­de.

Die­se Skep­ti­ker ha­ben in den ver­gan­ge­nen Wo­chen zwar Zu­spruch er­fah­ren. Dies ist aber mit Vor­sicht zu ge­nies­sen, denn der US-Ar­beits­markt ist nach wie vor ro­bust, das Un­ter­neh­mer- und das Ver­brau­cher­ver­trau­en hoch.

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