Ké­pi

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

So prä­sen­tiert sich die Gar­de­ro­be des fran­zö­si­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums, wenn dort des Qua­tor­ze Juil­let ge­dacht wird – die Da­men de­po­nie­ren Ta­sche und Schirm­chen, die Of­fi­zie­re den Hut: den ge­fie­der­ten Tscha­ko, den alt­vä­te­ri­schen Zwei­spitz oder, vor al­lem, das schnit­ti­ge Ké­pi. Ge­ne­ral

de Gaul­le trug ei­nes (kha­ki­far­ben), die Frem­den­le­gio­nä­re auch (ganz in Weiss), Lou­is de Fun­ès als Flic von St. Tro­pez (schwarz) eben­so: Fran­zö­si­scher geht’s nicht. Und doch ist zu­min­dest das Wort «le ké­pi» ein schwei­ze­ri­scher Bei­trag zum Ruh­me von Frank­reichs Wehr­we­sen; es lei­tet sich näm­lich ab vom «Käp­pi» aus dem hie­si­gen Ale­man­nisch. Das gilt auch für «la ci­b­le», die Ziel­schei­be, in der Deutsch­schweiz die «Schi­be». Des­glei­chen für «le bi­vou­ac»: Schwei­zer Söld- ner spra­chen von der «Bi­wacht», was von «be­wa­chen» stammt. Den meis­ten uni­for­mier­ten Wür­den­trä­gern, die die­se Wo­che den Jah­res­tag des Sturms auf die Bas­til­le von 1789 fei­ern wer­den, dürf­te das wohl un­be­kannt und oh­ne­hin egal sein. Es wird der Wahr­neh­mung hel­ve­ti­scher Spu­ren fer­ner nicht helfen, dass 1792, im Ge­met­zel um die Tui­le­ri­en, die Schwei­zer­gar­de des Kö­nigs letz­tes Auf­ge­bot war. Dort ver­lor so man­cher Eid­ge­nos­se mehr als bloss sein Käp­pi.

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