Gold für Schnäpp­chen­jä­ger

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - DA­NI­EL BRIESEMANN

Der Gold­preis steht seit et­wa fünf Wo­chen stark un­ter Druck und ist von sei­nem da­ma­li­gen Hoch von knapp 1300 $ je Fein­un­ze fast 100 $ ge­fal­len. Der­zeit han­delt Gold auf ei­nem Vier­mo­nat­s­tief. Der schwa­che Dol­lar hat Gold eben­so we­nig Un­ter­stüt­zung ge­ge­ben wie die zeit­wei­se ge­fal­le­nen Ak­ti­en­kur­se.

Da­ge­gen war wohl der star­ke An­stieg der An­lei­he­ren­di­ten der gröss­te Be­las­tungs­fak­tor. Er wur­de durch die De­bat­te über den mög­li­chen Aus­stieg der EZB aus ih­rer ul­tra­lo­cke­ren Geld­po­li­tik be­feu­ert. In im­mer mehr Zen­tral­ban­ken wird über ei­ne Nor­ma­li­sie­rung der Geld­po­li­tik nach­ge­dacht. Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger deut­scher Bun­des­an­lei­hen stieg in die­sem Zu­sam­men­hang An­fang Ju­li ra­sant auf den höchs­ten Wert seit an­dert­halb Jah­ren, und die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen klet­ter­te auf ein Zwei­mo­nats­hoch.

Da­durch er­höh­ten sich die Op­por­tu­ni­täts­kos­ten von Gold, es wur­de als An­la­ge­al­ter­na­ti­ve we­ni­ger at­trak­tiv. In­fol­ge­des­sen ha­ben ETF-In­ves­to­ren aus ih­rem Be­stand ver­kauft. Vor al­lem aber ha­ben sich die spe­ku­la­ti­ven Fi­nanz- in­ves­to­ren zu­rück­ge­zo­gen und ih­re Net­to-Long-Po­si­tio­nen auf das nied­rigs­te Ni­veau seit Fe­bru­ar 2016 ab­ge­baut. Ver­stärkt wur­de der Preis­rück­gang durch das Un­ter­schrei­ten wich­ti­ger chart­tech­ni­scher Mar­ken wie der 100und 200-Ta­ge-Li­nie. Die Bais­se hat mitt­ler­wei­le aber über­trie­be­ne Zü­ge an­ge­nom­men, so­dass wir ei­ne Ge­gen­be­we­gung er­war­ten. Das nied­ri­ge Preis­ni­veau soll­te Schnäpp­chen­jä­ger an­lo­cken.

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