Russ­land-Af­fä­re ver­un­si­chert Wall­s­treet

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - CG

Pep­siCo ent­täuscht mit den Quar­tals­zah­len. Was sagt Fed-Che­fin Yel­len dem Kon­gress zur Zins­po­li­tik?

Der US-Leit­in­dex S&P 500 sack­te nach der Ver­öf­fent­li­chung der Russ­land-E-Mails ab und no­tier­te ge­gen Mit­tag 0,3% tie­fer. Das, nach­dem er am Mon­tag leicht fes­ter auf 2427,43 ge­schlos­sen hat­te.

Ge­nau zu­hö­ren wer­den In­ves­to­ren, was Ja­net Yel­len am Mitt­woch wäh­rend ih­rer halb­jähr­li­chen An­hö­rung vor dem US-Kon­gress sagt. Die Fed-Che­fin und ih­re Kol­le­gen im Vor­sitz der USNo­ten­bank ha­ben an der letz­ten Zins­sit­zung klar­ge­macht, dass sie noch die­ses Jahr mit dem Ab­bau der 4500 Mrd. $ gros­sen Bi­lanz be­gin­nen wol­len. Wann ge­nau, ist bis­lang aber un­klar.

Die zwei­te Kern­fra­ge ist, wann das Fed den nächs­ten Zins­schritt macht. Die Wäh­rungs­hü­ter stel­len für die­ses Jahr ei­ne wei­te­re Straf­fung in Aus­sicht. Den­noch blei­ben die Märk­te skep­tisch. Trotz über­ra­schend gu­ter Da­ten zum Ar­beits­markt wird an der Ter­min­bör­se CME le­dig­lich mit ei­ner Chan­ce von et­was mehr als 50% ge­rech­net, dass es bis En­de De­zem­ber aber­mals zu ei­ner Zins­er­hö­hung kommt. Ob die nach wie vor ver­hal­te­ne Lohn­ent­wick­lung wohl der Grund da­für ist? Die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen blei­ben je­den­falls ge­dämpft.

Noch we­ni­ger klar sind die Aus­sich­ten zur Fis­kal­po­li­tik. Ei­ne zen­tra­le Rol­le spielt da­bei der Vor­stoss der Re­pu­bli­ka­ner zum Er­satz des Ge­sund­heits­ge­set­zes Oba­ma­ca­re, der der­zeit im Se­nat be­han­delt wird. Prä­si­dent Trump ver­sucht zwar Druck auf­zu­set­zen, da­mit die Vor­la­ge mög­lichst bald ver­ab­schie­det wird. Für den un­po­pu­lä­ren Ge­set­zes­ent­wurf ge­nü­gend Stimmen zu fin­den, bleibt je­doch enorm schwie­rig. Auch ist die neus­te Ent­wick­lung in der Russ­lan­daf­fä­re we­nig hilf­reich.

Ei­nen schwe­ren Rück­schlag müs­sen Ak­tio­nä­re von Aber­crom­bie & Fitch ( Er­öff­nungs­kurs am Di­ens­tag 9.59 $, –24,8% im Wo­chen­ver­gleich) ver­dau­en. Die Mo­de­ket­te räumt ein, dass Ge­sprä­che über ei­nen Ver­kauf frucht­los ver- lau­fen sind. Klei­der­ge­schäf­te wie Aber­crom­bie kämp­fen mit ei­ner ge­rin­ge­ren Kun­den­fre­quenz, neu­en Trends und der wach­sen­den Kon­kur­renz von On­li­ne­an­bie­tern. Die Ri­va­len Aé­ro­pos­ta­le, Wet Se­al und Ame­ri­can Ap­pa­rel gin­gen des­halb be­reits in Kon­kurs.

Neue Im­pul­se könn­te der Bör­se die Be­richts­sai­son ge­ben. Den An­fang ma­chen am Frei­tag die Gross­ban­ken J. P. Mor­gan Cha­se (93.33 $, +0,6%), Ci­ti­group (67.50 $, –1,1%) und Wells Far­go (55.66 $, –0,2%). Nach­dem Ti­tel aus dem US-Fi­nanz­sek­tor in den letz­ten Wo­chen deut­lich vor­ge­rückt sind, be­steht das Ri­si­ko von Ent­täu­schun­gen. Das gilt vor al­lem für das In­vest­ment Ban­king, wo es we­gen der ru­hi­gen La­ge an den Märk­ten we­nig Chan­cen im Tra­ding gab.

Be­reits mit den Zah­len hat Pep­siCo (113.34 $, –1,8%) am Di­ens­tag­mor­gen auf­ge­war­tet. Der Ge­trän­ke- und Snack­rie­se hat den Ge­winn im zwei­ten Quar­tal zwar auf 2,1 Mrd. $ ge­stei­gert. Ent­täu­schend fällt je­doch das Ab­satz­vo­lu­men aus, das sich um 2% ver­rin­gert hat. Die Ak­ti­en von Pep­siCo stan­den im frü­hen Han­del un­ter Druck, wäh­rend sich die Ti­tel von Erz­ri­va­le Co­ca-Co­la (44.32 $, –1%) et­was bes­ser hiel­ten.

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