Lang­fris­ti­ge Wohn­fi­nan­zie­rung wird teu­rer

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Die Hy­po­the­kar­zin­sen in der Schweiz stei­gen. Im Ju­li hat sich die Fi­nan­zie­rung von Wohn­ei­gen­tum bei den un­ter­such­ten An­bie­tern zum Teil deut­lich ver­teu­ert (vgl. Ta­bel­le un­ten). Das et­was hö­he­re Zins­ni­veau in der Schweiz schlägt sich da­mit auch in den Kre­di­ten für Wohn­ei­gen­tum nie­der. Zehn­jäh­ri­ge Bun­des­an­lei­hen der Eid­ge­nos­sen­schaft ren­tie­ren nur noch knapp un­ter null und da­mit so hoch wie seit Mit­te März nicht mehr.

Ins­be­son­de­re am lan­gen En­de sind die Hy­po­the­kar­sät­ze im Ver­gleich zum Vor­mo­nat deut­lich ge­stie­gen. Im Schnitt ha­ben die auf­ge­führ­ten Fi­nanz­in­sti­tu­te den Zins auf zehn­jäh­ri­ge Fes­t­hy­po­the­ken um 14 Ba­sis­punk­te (100 Bp = 1 Pro­zent­punkt) er­höht. Da­mit liegt der Mit­tel­wert wie­der bei 1,47%. Die gröss­te An­pas­sung beim Schau­fens­ter­preis hat Swiss Li­fe vor­ge­nom­men. Der Ver­si­che­rer ver­langt 23 Bp mehr als noch Mit­te Ju­ni. Aber auch bei der Glar­ner Kan­to­nal­bank und der Raiff­ei­sen (je +19 Bp) müs­sen Kun­den mit ei­nem deut­lich hö­he­ren Zins rech­nen.

Ein­zig die Hy­po­thekar­bank Lenz­burg hat den Satz auf den Lang­läu­fer leicht ge­senkt. Mit ei­nem Zins von 1,56% liegt sie aber leicht über dem Schnitt. Die güns­tigs­ten An­bie­ter blei­ben trotz zum Teil deut­li­chen Er­hö­hun­gen Axa Win­ter­thur, die Per­so­nal­vor­sor­ge des Kan­tons Zü­rich (BVK), Ho­me­ga­te und Pos­tFi­nan­ce.

Auch bei den mitt­le­ren Lauf­zei­ten ha­ben die meis­ten An­bie­ter An­pas­sun­gen um 10 bis 15 Bp vor­ge­nom­men. Prak­tisch kei­ne Ve­rän­de­rung gab es da­ge­gen bei den zwei- und den drei­jäh­ri­gen Hy­po­the­ken. Nur bei Mi­gros Bank kam es in die­sem Seg­ment zu ei­ner deut­li­chen Er­hö­hung. Das ist aber auf das En­de ei­ner mehr­mo­na­ti­gen Ra­batt­ak­ti­on zu­rück­zu­füh­ren.

Trotz des An­stiegs im ver­gan­ge­nen Mo­nat sind die Zin­sen am Hy­po­thekar­markt his­to­risch be­trach­tet tief. An­fang 2015 ver­lang­ten die An­bie­ter im Schnitt noch mehr als 2% für ei­nen zehn­jäh­ri­gen Im­mo­bi­li­en­kre­dit. Von die­sem Ni­veau ist der Markt der­zeit weit ent­fernt, stellt Jo­ël­le Gau­tier vom Hy­po­the­ken­ver­mitt­ler Mo­ney­Park fest. Die Hy­po­the­kar­zin­sen hän­gen wei­ter­hin vor al­lem von den Ab­si­che­rungs­kos­ten ab, die den Fi­nanz­in­sti­tu­ten in­fol­ge der Ne­ga­tiv­zin­sen der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank ent­ste­hen.

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