Das fai­re Zins­ni­veau

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Streng öko­no­misch soll­te der ri­si­ko­lo­se Lang­frist­zins et­wa der jähr­li­chen Zu­wachs­ra­te des no­mi­na­len Brut­to­in­land­pro­dukts ent­spre­chen. Ein Teil des Zin­ses ist ei­ne En tschä­di­gung für den Kon­sum­ver­zicht und die ent­gan­ge­nen An­la­ge­al­ter­na­ti­ven. Er wird auch Re­al­zins ge­nannt und rich­tet sich nach dem rea­len Wirt­schafts­wachs­tum. In schnell wach­sen­den Volks­wirt­schaf­ten sind die Op­por­tu­ni­täts­kos­ten hoch, Geld in Staats­an­lei­hen zu hal­ten. An­de­re An­la­gen wie Im­mo­bi­li­en oder Ak­ti­en wir­ken at­trak­ti- ver. In ei­nem sta­gnie­ren­den Wirt­schafts­um­feld da­ge­gen sind die al­ter­na­ti­ven An­la­ge­mög­lich­kei­ten be­schränkt, und die Ob­li­ga­tio­nä­re ge­ben sich mit we­ni­ger Ren­di­te zu­frie­den. Die zwei­te Zins­kom­po­nen­te ist ei­ne Kom­pen­sa­ti­on für den Kauf­kraft­ver­lust durch In­fla­ti­on. Je hö­her die Teue­rung und die Teue­rungs­er­war­tun­gen, des­to mehr Zins muss der Schuld­ner bie­ten. We­gen der In­ter­ven­tio­nen der Zen­tral­ban­ken lie­gen die An­lei­hen­zin­sen der­zeit in al­len In­dus­trie­län­dern un­ter dem fai­ren Ni­veau.

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