Ka­mi­ka­ze

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Brenn­holz, Koh­le, Ba­na­nen: Bu­run­dis Rad­ler rol­len’s zum Markt. Oh­ne die toll­küh­nen Män­ner auf ih­ren klapp­ri­gen Draht­eseln wür­de die Ver­sor­gung im ar­men ost­afri­ka­ni­schen Länd­chen zu­sam­men­bre­chen. Die ker­ni­gen Ty­pen ge­schäf­ten meist als Ich-AG: Sie kau­fen die Wa­re, stram­peln sie zum

Bei­spiel vom hü­ge­li­gen Nor­den über Dut­zen­de Haar­na­del­kur­ven in die Haupt­stadt Bu­jum­bu­ra hin­un­ter und ver­kau­fen sie dort. Oft brau­chen die «Ka­mi­ka­ze-Ba­na­nes» oder ein­fach «Cy­clis­tes» ge­nann­ten Trans­por­teu­re ei­nen Teil der ma­ge­ren Mar­ge, um am Ziel­ort das Ve­lo – Bil­lig­wa­re aus Chi­na oder In­di­en – fli­cken zu las­sen. Berg­auf hän­gen sie sich ger­ne an Last­wa­gen. Klar, dass auf den löch­ri­gen, schlecht ein­seh­ba­ren Pis­ten mit an­ar­chi­schem Ver­kehr so man­cher die Ge­sund­heit oder gar das Le­ben lässt. Der Brems­weg ist lang, wenn ei­ner mit 70 km/h berg­ab rast, mit ei­ner wack­li­gen Nutz­last von häu­fig über 100 kg. Wer es schafft, ge­nug zu spa­ren, er­wirbt ein Mo­tor­rad. Es gibt auch Bu­run­dier, die Rad­fah­ren als Sport be­trei­ben. Die in­ter­na­tio­na­le Rad­sport­uni­on hat dem bu­run­di­schen Lan­des­ver­band vor ei­nem Jahr acht Fahr­rä­der ge­schenkt. Den Preis, et­wa 6800 € pro Stück, hät­ten sich die Bu­run­dier nie­mals leis­ten kön­nen.

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