Glos­sar

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN -

Ei­ne Bör­sen­weis­heit lau­tet: Un­ter­neh­men, die über­schüs­si­ges Ka­pi­tal hor­ten, soll­ten es aus­schüt­ten. Ei­ne Mög­lich­keit ne­ben Di­vi­den­den oder Nenn­wert­rück­zah­lun­gen sind Ak­ti­en­rück­käu­fe. Spe­zi­ell am Rück­kauf ist, dass der Ge­winn je Ak­tie an­ders als bei den an­de­ren Op­tio­nen steigt, was un­ter der An­nah­me ei­ner gleich­blei­ben­den Be­wer­tung wie­der­um ei­nen po­si­ti­ven Ein­fluss auf den Kurs hat. Hin­zu kommt, dass Ge­sell­schaf­ten, die ei­ge­ne Ak­ti­en kau­fen, die Nach­fra­ge nach ih­ren Ti­teln er­hö­hen und so per se den Kurs stüt­zen. Oft wird da­mit un­ter­schwel­lig si­gna­li­siert, dass die Ge­sell­schaft ih­re Va­lo­ren für un­ter­be­wer­tet hält.

Al­ler­dings er­wirt­schaf­tet ein Un­ter­neh­men mit Ak­ti­en­rück­käu­fen nicht au­to­ma­tisch Mehr­wert. Zwar kann dar­aus vor­erst ei­ne ef­fi­zi­en­te­re Bi­lanz ent­ste­hen. Das «teu­re» Ei­gen­ka­pi­tal wird re­du­ziert, wäh­rend das ak­tu­ell «re­kord­güns­ti­ge» Fremd­ka­pi­tal gleich bleibt. Dar­aus er­ge­ben sich ge­rin­ge­re Ka­pi­tal­kos­ten. Auf lan­ge Sicht wird die­ser Ef­fekt ge­mäss Theo­rie je­doch zu­nich­te­ge­macht. Die Bi­lanz­ri­si­ken stei­gen, wes­halb die Ri­si­ko­prä­mie auf den Ak­ti­en ent­spre­chend zu­nimmt.

Ei­ne Ge­sell­schaft ist grund­sätz­lich frei, wie sie mit den er­wor­be­nen Ti­teln ver­fah­ren will. Gän­gi­ge Mög­lich­kei­ten sind der Tausch ge­gen Mit­ar­bei­ter­op­tio­nen, die Ver­wen­dung als Ak­qui­si­ti­ons­wäh­rung und die Ver­nich­tung. Letz­te­res wird si­gna­li­siert, in­dem die Ti­tel auf ei­ner zwei­ten Han­dels­li­nie zu­rück­ge­kauft wer­den. Der Ge­setz­ge­ber lässt den Rück­kauf von ma­xi­mal 10% der Ak­ti­en im Grund­ka­pi­tal zu. Je­des Pro­gramm darf ma­xi­mal drei Jah­re dau­ern.

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