Küh­ne + Na­gel be­schleu­nigt das Wachs­tum

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Die Ak­ti­en von Küh­ne + Na­gel no­tier­ten am Di­ens­tag auf All­zeit­hoch. Seit Mit­te No­vem­ber ha­ben sie 30% ge­won­nen. Im ers­ten Halb­jahr ist der Ge­winn des Fracht­lo­gis­tik­un­ter­neh­mens im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum al­ler­dings ste­hen­ge­blie­ben. Ein Wi­der­spruch zur Kurs­ent­wick­lung? Nein.

Küh­ne + Na­gel (K+N) hat das Wachs­tum im zwei­ten Quar­tal be­schleu­nigt. Die Ex­pan­si­ons­ra­ten, ge­trie­ben von ei­ner Er­ho­lung des Welt­han­dels, sind so hoch wie seit ei­nem Jahr­zehnt nicht mehr. Der Kon­zern hat sich ein grös­se­res Stück des Ge­samt­ku­chens ge­schnappt. In der See­fracht stei­ger­te er das Vo­lu­men 7,7% (Markt +4%). In der Luft­fracht kam K+N auf 18,7% (+10%).

Im Un­ter­schied zu den Vor­jah­ren ge­lang es dem Un­ter­neh­men nicht, die Pro­fi­ta­bi­li­tät zu stei­gern, im Ge­gen­teil. Doch das war zu er­war­ten. Die Fracht­ra­ten sind seit dem Kon­kurs der süd­ko­rea­ni­schen Ree­de­rei Han­jing im Herbst ge­stie­gen. K+N war aber noch an Kun­den­ver­trä­ge ge­bun­den, in de­nen nied­ri­ge­re Prei­se fi­xiert wa­ren. Die­ser ne­ga­ti­ve Ef­fekt hat ab­ge­nom­men und wird im zwei­ten Halb­jahr wei­ter ab­neh­men.

Vor Ge­winn­schub

Auf der Ba­sis hö­he­rer Vo­lu­men und Ra­ten müss­te sich die Pro­fi­ta­bi­li­tät kräf­tig er­ho­len. Fi­nanz­ana­lys­ten rech­nen für das zwei­te Se­mes­ter mit ei­nem Be­triebs­ge­winn von 520 Mio. Fr., rund 12% mehr als im Vor­jah­res­zeit­raum.

Un­ter dem ge­ge­be­nen Fracht­ra­ten­ge­fü­ge ist es ein Er­folg, dass der Se­mes­ter­ge­winn ge­hal­ten wur­de – das Re­sul­tat ei­nes ef­fi­zi­en­ten Kos­ten­ma­nage­ments. Die Markt­er­war­tun­gen in Be­zug auf Um­satz und Er­trags­zah­len wur­den er­füllt oder leicht über­trof­fen. Das Bild bes­sert sich noch auf ver­gleich­ba­rer Ba­sis: Der Um­satz nahm wäh­rungs­be­rei­nigt 10% zu, der Ge­winn 3,7%.

Zu­dem fes­tigt sich der Ein­druck, als sei K+N ge­willt, mehr als in der Ver­gan­gen­heit in ex­ter­nes Wachs­tum zu in­ves­tie­ren. Zeit­gleich mit den Halb­jah­res­zah­len gab das Un­ter­neh­men zwei Ak­qui­si­tio­nen be­kannt, bei­de im Be­reich ver­derb­li­che Gü­ter. Sie wer­den das Trans­port­vo­lu­men im Luft­fracht­ge­schäft von K+N et­wa 10% aus­wei­ten.

Ho­he Fi­nanz­kraft

Das Ge­schäft mit ver­derb­li­chen Wa­ren wie Mee­res­früch­te, Agrar­pro­duk­te und Blu­men zählt zu den Wachs­tums­be­rei­chen im Fracht­sek­tor. Aus­ser­dem sind die Mar­gen über­durch­schnitt­lich. An Fi­nanz­kraft fehlt es K+N nicht. Mit­te Jahr, nach Aus­zah­lung ei­ner Di­vi­den­de von 658 Mio. Fr., ver­füg­te der Kon­zern im­mer noch über li­qui­de Mit­tel von 341 Mio. Fr. net­to in der Bi­lanz.

Die Per­spek­ti­ven von K+N sind aus­ge­zeich­net. Auch in schwie­ri­gen Zei­ten mit mar­kan­tem Mar­gen­druck schafft das Un­ter­neh­men Mehr­wert für die Ak­tio­nä­re. Ein Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 23 (2018) ist nicht zu hoch.

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