Proc­ter & Gam­ble im Vi­sier von ak­ti­vis­ti­schem Ak­tio­när

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Nach Nest­lé ge­rät nun auch der Kon­sum­gü­ter­rie­se Proc­ter & Gam­ble ( P&G) un­ter Be­schuss ei­nes ak­ti­vis­ti­schen In­ves­tors. Nel­son Peltz, des­sen In­vest­ment­ve­hi­kel Tri­an 1,5% an P&G hält, will ei­nen Sitz im Ver­wal­tungs­rat, um den Um­bau des US-Kon­zerns vor­an­zu­trei­ben. P&G selbst sieht da­zu kei­ne Ver­an­las­sung. Ent­schei­den wird die Ge­ne­ral­ver­samm­lung im Ok­to­ber.

Peltz be­zwei­felt, dass P&G den Plan, in den nächs­ten fünf Jah­ren 10 Mrd. $ ein­zu­spa­ren und so­mit die Er­trags­kraft zu ver­bes­sern, er­folg­reich durch­set­zen kann. Er be­grün­det das mit der «er­sti­cken­den Bü­ro­kra­tie» im Kon­zern. Die­se sei auch Grund für die schwa­che Kurs­ent­wick­lung.

An­ders als Da­ni­el Lo­eb vom Hedge Fund Third Po­int, der zur Stra­te­gie von Nest­lé kon­kre­te Vor­schlä­ge un­ter­brei­te­te, soll Peltz P&G ge­gen­über we­nig prä­zis ge­we­sen sein. Er ha­be kei­ne nen­nens­wer­ten Ide­en ein­ge­bracht, wie der Ak­tio­närs­wert über die oh­ne­hin be­schlos­se­nen Pro­gram­me hin­aus ge­stei­gert wer­den kön­ne, schreibt P&G in ei­ner Stel­lung­nah­me.

Peltz hat sich schon mehr­fach als ak­ti­vis­ti­scher An­le­ger be­wie­sen. Sein En­ga­ge­ment führ­te et­wa zu Ver­wal­tungs­rats­man­da­ten bei In­ger­soll-Rand und bei Mon­de­lez. Kei­nen Er­folg hat­te er mit sei­ner Be­harr­lich­keit, als er Pep­siCo die Auf­spal­tung in ei­nen Snack- und Ge­trän­ke­kon­zern vor­schlug. Auch in der Kampf­wahl um Man­da­te im Ver­wal­tungs­rat des Che­mie­rie­sen DuPont un­ter­lag Peltz.

Proc­ter & Gam­ble schrumpf­te in den letz­ten fünf Jah­ren das Port­fo­lio von 16 auf 10 Pro­dukt­ka­te­go­ri­en und strich oder ver­kauf­te mehr als 100 Mar­ken. Das brach­te 10 Mrd. $ an Ein­spa­run­gen. Den­noch ent­wi­ckel­te sich die Er­trags­kraft un­ter­durch­schnitt­lich. Bis 2022 sol­len wei­te­re 10 Mrd. $ ge­spart wer­den, über die Hälf­te dank nied­ri­ge­rer Ge­ste­hungs­kos­ten (Ein­kauf, Pro­duk­ti­on, Lo­gis­tik) und 3,5 Mrd. $ via ge­rin­ge­ren Mar­ke­ting­auf­wand.

Die Ak­ti­en von P&G re­agier­ten we­nig auf Peltz’ An­kün­di­gung. Im S&P 500 ge­hö­ren sie mit ei­nem Plus von 4% seit An­fang Jahr zu den Nach­züg­lern (S&P +9%).

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