Die Nor­ma­li­sie­rung ist im Gang

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - ENZO PUNTILLO,

Die Geld­po­li­tik der Zen­tral­ban­ken ist wie­der im Fo­kus der Öf­fent­lich­keit. Die US-No­ten­bank (Fed) hat be­reits mehr­fach die Rück­kehr zur Nor­ma­li­tät an­ge­kün­digt. Sie bleibt auf ih­rem bis­he­ri­gen Zins­er­hö­hungs­pfad und will Ein­zel­hei­ten zur Bi­lanz­kür­zung be­kannt­ge­ben. Das nah­men die Märk­te wohl­wol­lend auf. Je wei­ter die Nor­ma­li­sie­rung fort­schrei­tet, des­to vor­her­seh­ba­rer wer­den die Markt­re­ak­tio­nen. In­fla­ti­ons­über­ra­schun­gen sind nicht in Sicht. Im Ge­gen­teil: Sie könn­ten im der­zei­ti­gen Zy­klus auf­grund der lau­fen­den vier­ten in­dus­tri­el­len Re­vo­lu­ti­on und de­ren Aus­wir­kun­gen auf das Preis­ni­veau in nächs­ter Zu­kunft eher un­ter­durch­schnitt­lich aus­fal­len.

Der Nor­ma­li­sie­rungs­pro­zess in den USA soll­te nicht da­von ab­len­ken, dass die lang­fris­ti­gen Zin­sen sich lang­sam, aber si­cher wie­der dem vom Fed an­ge­streb­ten na­tür­li­chen Ni­veau nä­hern. Dar­über hin­aus bie­ten die USA im­mer noch ei­ne der höchs­ten rea­len Ren­di­ten der In­dus­trie­staa­ten. Die po­ten­zi­el­len Aus­wir­kun­gen ei­ner mög­li­chen Geld­men­gen­ver­rin­ge­rung der EZB be­rei­ten da­ge­gen mehr Sor­gen. Es wä­re ein Wen­de­punkt in der eu­ro­päi­schen Geld­po­li­tik. Wen­de­punk­te füh­ren meist zu hö­he­ren no­mi­na­len und rea­len Ren­di­ten, da der Markt sich an die neue Geld­po­li­tik an­passt. Es be­steht bei der EZB des­halb ein grös­se­res Über­ra­schungs­ri­si­ko als beim Fed, zu­mal auch vie­les auf ein nach­hal­ti­ges und stär­ke­res Wirt­schafts­wachs­tum in Eu­ro­pa hin­deu­tet.

In die­sem Um­feld sind zehn­jäh­ri­ge US-An­lei­hen ih­ren EU-Pen­dants vor­zu­zie­hen, et­wa in­dem man Long-Po­si­tio­nen bei US Tre­a­su­ries und gleich­zei­tig Short-Po­si­tio­nen bei deut­schen Bun­des­an­lei­hen ein­geht. Auf­grund der Kom­bi­na­ti­on ei­ner star­ken wirt­schaft­li­chen Er­ho­lung, re­du­zier­ten po­li­ti­schen Ri­si­ken so­wie den Be­mü­hun­gen der EZB, die Geld­men­ge zu be­gren­zen, ist das der­zei­ti­ge Be­wer­tungs­ni­veau nicht ge­recht­fer­tigt. Zu­sätz­lich un­ter­stützt die­ses Um­feld die Ent­wick­lung in den Schwel­len­län­dern, da das glo­ba­le Wachs­tum vor­an­schrei­tet und die In­fla­ti­on nicht aus dem Ru­der zu lau­fen droht. Wir sind für An­lei­hen­in­ves­ti­tio­nen in Schwel­len­län­dern auch aus fun­da­men­ta­len und be­wer­tungs­ba­sier­ten Über­le­gun­gen sehr op­ti­mis­tisch po­si­tio­niert.

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