No­var­tis stüt­zen

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN SCHWEIZ - BAR­BA­RA SCHMIDT

No­var­tis und Küh­ne + Na­gel lie­fern über­zeu­gen­de Halb­jah­res­zah­len. Ge­org Fi­scher kauft zu.

Ent­ge­gen dem eu­ro­päi­schen Trend hat sich der Schwei­zer Ak­ti­en­markt zu Be­ginn der neu­en Han­dels­wo­che gut ge­hal­ten. Am Di­ens­tag­nach­mit­tag ging’s dann aber auch mit dem Swiss Mar­ket In­dex (SMI) berg­ab. Ge­gen­über Frei­tag ver­lor der Leit­in­dex 0,6% auf 8978,0.

Dem In­dex wa­ren die schwer­ge­wich­ti­gen No­var­tis (+0,8% seit Frei­tag) ei­ne Stüt­ze. Die Halb­jah­res­zah­len sind et­was bes­ser aus­ge­fal­len als be­fürch­tet. Trotz et­was we­ni­ger Um­satz konn­te der Phar­ma­rie­se den Kon­sens der Ana­lys­ten über­tref­fen (vgl. Sei­te 8). Aus­ser­dem pro­fi­tier­ten die Ti­tel von ei­ner Kauf­emp­feh­lung durch Bryan Gar­nier am Mon­tag.

Im Ge­gen­satz da­zu ge­rie­ten die Ti­tel des Mit­be­wer­bers Ro­che (GS –1,1%) am Di­ens­tag un­ter Druck. Die Zu­las­sung für das viel­ver­spre­chen­de Mul­ti­ple-Sk­le­ro­se-Me­di­ka­ment Ocrevus in Aus­tra­li­en hat­te kaum Aus­wir­kun­gen. Auch Nest­lé (–1,2%) konn­ten sich nicht hal­ten, ob­wohl J. P. Mor­gan die Ge­winn­erwar­tung für die Ti­tel an­ge­ho­ben und das Kurs­ziel um 3 Fr. auf 93 Fr. er­höht hat. Die Be­wer­tung lau­tet wei­ter­hin auf «Über­ge­wich­ten».

Der Op­ti­mis­mus der An­le­ger zeig­te sich bei meh­re­ren Ti­teln, die in den nächs­ten Ta­gen Zah­len vor­le­gen wer­den. Giv­au­dan (+0,4%) prä­sen­tie­ren die Halb­jah­res­zah­len am Donnerstag. Ge­org Fi­scher, die am Mitt­woch die Zah­len vor­le­gen, ge­wan­nen 1,7% hin­zu. Der An­la­gen­bau­er hat zu­dem 49% an der ka­na­di­schen Rohr­lei­tungs­fir­ma Ure­con er­wor­ben. Die bei­den Un­ter­neh­men ha­ben ver­ein­bart, dass Ge­org Fi­scher zu ei­nem spä­te­ren Zeit­punkt den rest­li­chen An­teil eben­falls er­wer­ben wird.

Zah­len be­we­gen

Wei­te­re Ti­tel ten­dier­ten nach Zah­len un­ein­heit­lich. SGS (–3,8%) ver­lo­ren nach ei­nem zwie­späl­ti­gen Er­geb­nis. Ei­ner­seits prä­sen­tier­te das Un­ter­neh­men ein so­li­des Um­satz­wachs­tum so­wie ei­nen hö­he­ren Ge­winn. Doch die Pro­fi­ta­bi­li­tät des Wa­ren­prüf­kon­zern er­höh­te sich nicht (vgl. Sei­te 8).

Nach der Zah­len­vor­la­ge sind Küh­ne + Na­gel (+4,2%) auf ein All­zeit­hoch ge­klet­tert. Zu­ge­win­ne an Markt­an­tei­len so­wie ein sta­bi­ler Ge­winn trotz Mar­gen­druck ver­lie­hen den Ti­teln des Lo­gis­tik­kon­zerns Auf­trieb (vgl. Sei­te 8).

Wie ab­zu­se­hen war, hat die BLKB (–0,9%) im ers­ten Se­mes­ter ei­nen tie­fe­ren Ge­winn im Ver­gleich zum Vor­jahr aus­ge­wie­sen. Bei ei­nem rück­läu­fi­gen Zins­ge­schäft und gleich­zei­tig stark ge­lau­fe­nem Kom­mis­si­ons­ge­schäft hat die Zu­ger KB (unv.) da­für ein Er­geb­nis auf Vor­jah­res­ba­sis er­zielt (bei­de vgl. Sei­te 6). Die Ban­que Can­to­na­le du Ju­ra (+0,7%) hat den Ge­winn im ers­ten Halb­jahr um 14% von 6,2 auf 7,1 Mio. Fr. ge­stei­gert. Das gu­te Er­geb­nis lässt sich un­ter an­de­rem mit ei­nem ver­bes­ser­ten Zins­ge­schäft be­grün­den.

Die Kauf­preis­sen­kung von BSI ist für EFG (+1,1%) po­si­tiv zu wer- ten. Durch den Kor­rup­ti­ons­skan­dal um den ma­lay­si­schen Staats­fonds 1MDB ist der Wert der Tes­si­ner Bank be­ein­träch­tigt wor­den.

Part­ners Group sin­ken

Nach kräf­ti­gen Avan­cen in der Vor­wo­che sind Part­ners Group (–0,6%) et­was zu­rück­ge­kom­men. Der Ver­mö­gens­ver­wal­ter hat mit der schwe­di­schen Im­mo­bi­li­en­fir­ma SSM Hol­ding ein Ge­mein­schafts­un­ter­neh­men ge­grün­det, wel­ches an di­ver­sen Im­mo­bi­li­en­pro­jek­ten be­tei­ligt ist.

Ver­bes­ser­te Kon­junk­tur­zah­len ver­lie­hen den Uh­ren­ti­teln Swatch Group (Inh. +1,5%) und Ri­che­mont (–0,6%) am Mon­tag kräf­tig Auf­trieb. Am Di­ens­tag büss­ten sie ih­re Ge­win­ne je­doch wie­der et­was ein.

In Sul­zers (+3,6%) neu­er Di­vi­si­on Ap­p­li­ca­tor Sys­tems gehts vor­wärts. Das Werk der vor Jah­res­frist ak­qui­rier­ten GEKA im deut­schen Bech­ho­fen wird ver­grös­sert, wo­durch 250 Stel­len ge­schaf­fen wer­den. Da­rin spie­geln sich die Ex­pan­si­ons­plä­ne. Di­vi­si­ons­chef Amau­ry de Ment­hiè­re hat­te im Ju­ni ge­gen­über FuW er­klärt, der Um­satz von heu­te et­wa 400 Mio. Fr. sol­le sich bis in ei­ni­gen Jah­ren ver­dop­peln. Mit ei­ner Ebi­ta-Mar­ge von 20% ist Ap­p­li­ca­tor Sys­tems Sul­zers ren­ta­bels­tes Ge­schäft.

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