Tief­flie­gen­des Wap­pen­tier

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - ML

In den Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­ri­ka herrscht Sip­pen­haft. Im Sog von Aber­crom­bie & Fitch wer­den al­le Klei­der­lä­den an der Bör­se ab­ge­straft – auch Ame­ri­can Eag­le Out­fit­ters (New York: AEO, Kurs: 11.925 $, Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung: 2,11 Mrd. $). Die Ak­ti­en ha­ben in ei­nem Jahr ein Drit­tel an Wert ver­lo­ren, ob­wohl das Un­ter­neh­men den Um­satz Quar­tal für Quar­tal stei­gert und un­ter dem Strich Ge­winn schreibt. Bril­lie­ren kann die vor 40 Jah­ren ge­grün­de­te Ge­sell­schaft trotz­dem nicht. Im Quar­tal per En­de April brach der Ge­winn um ein Drit­tel auf 25 Mio. $ ein.

Die Ma­lai­se in der Tex­til­in­dus­trie hat zwei Grün­de: Mil­le­ni­als und Ama­zon. Die Ge­ne­ra­ti­on der zwi­schen 1980 und 2000 Ge­bo­re­nen gibt ihr Geld zwar auch gern für Mo­de aus, fa­vo­ri­siert aber die Tex­ti­li­en der Ge­schäf­te wie Za­ra und H&M. Auf ih­nen be­de­cken das Lo­go und der Schrift­zug des Her­stel­lers nicht die hal­be Flä­che. Die­sen Trend ha­ben die US-Tex­til­un­ter­neh­men ver­schla­fen. Mil­le­ni­als bin­den sich auch nicht an ei­ne Mo­de­ket­te, son­dern kau­fen fle­xi­bler bei ver­schie­de­nen Pro­du­zen­ten ein.

Ama­zon ist über­all

Zu­dem hängt über den Mo­de­lä­den das Da­mokles­schwert Ama­zon. Der Tech­no­lo­gie­rie­se for­ciert den Ver­kauf von Ho­sen, So­cken und an­de­ren Klei­dungs­stü­cken über das In­ter­net. Da­mit hat er Er­folg. 2016 stei­ger­te Ama­zon den Um­satz mit Be­klei­dung in den USA laut Markt­be­ob­ach­ter One Click Re­tail 25% auf 3,4 Mrd. $. Der Ge­samt­markt wuchs hin­ge­gen nur 3% auf 200 Mrd. $. Un­ter­des­sen wird in der ame­ri­ka­ni­schen Mo­de­in­dus­trie ein Sechs­tel des Um­sat­zes on­li­ne er­zielt – Ten­denz stei­gend.

Vom boo­men­den On­line­han­del pro­fi­tiert aber auch Ame­ri­can Eag­le Out­fit­ters. Je­den vier­ten Dol­lar nimmt das Un­ter­neh­men über den On­li­ne-Ka­nal ein. Da­mit muss es sich nicht vor Ama­zon ver­ste­cken. Rück­läu­fig sind hin­ge­gen die Ver­käu­fe in den phy­si­schen Lo­ka­len. Im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr sol­len dar­um auch 25 bis 40 Ge­schäf­te die Tü­ren schlies­sen. Welt­weit zählt das Un­ter­neh­men noch 1053 Ver­kaufs­lo­ka­le. Je­des vier­te be­fin­det sich in den USA. Die an­de­ren ste­hen in Ka­na­da, Me­xi­ko, Chi­na und Gross­bri­tan­ni­en.

At­trak­tiv be­wer­tet

Mo­de­un­ter­neh­men ste­hen vor ei­ner Be­wäh­rungs­pro­be. Das nach dem Weiss­kopf­ad­ler, dem Wap­pen­tier der USA, be­nann­te Un­ter­neh­men be­sitzt aber al­les, um sie be­ste­hen zu kön­nen. Trotz schwie­ri­gem Um­feld dürf­te der Um­satz auch im lau­fen­den Ge­schäfts­jahr wach­sen. Zu­dem ar­bei­tet das Un­ter­neh­men dar­an, Klei­dungs­stü­cke ra­scher im La­den zu ha­ben, um da­mit so schnell wie mög­lich auf modische Trends zu re­agie­ren. Fi­nan­zi­ell steht die Ge­sell­schaft auf so­li­den Füs­sen. Sie ver­fügt über li­qui­de Mit­tel in der Hö­he von net­to 225 Mio. $.

At­trak­tiv ist zu­dem die Be­wer­tung der Ti­tel. Das Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis für die nächs­ten zwölf Mo­na­te be­trägt 11. So güns­tig wa­ren die Ak­ti­en seit 2009 nicht mehr. Auch im Ver­gleich zur Bran­che sind die Ti­tel preis­wert. Ur­ban Out­fit­ters, GAP und Express sind al­le­samt hö­her be­wer­tet. Nicht zu ver­ach­ten sind aus­ser­dem die Di­vi­den­den­aus­schüt­tun­gen von 0.50 $ pro Jahr. Beim ak­tu­el­len Kurs er­gibt das ei­ne Ren­di­te von 4,2%. Für An­le­ger, die vom Über­le­ben von Ame­ri­can Eag­le Out­fit­ters über­zeugt sind, bie­tet sich mo­men­tan ei­ne at­trak­ti­ve Ein­stiegs­ge­le­gen­heit.

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