Teu­re Ak­ti­en sind in der Schweiz ver­brei­tet

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Lindt & Sprüng­li hat am Di­ens­tag die In­ves­to­ren mit dem Halb­jah­res­be­richt ent­täuscht (vgl. Sei­ten 6 und 7). Jen­seits al­ler Ge­schäfts­zah­len sorgt der Schog­gi-Her­stel­ler im­mer wie­der mit dem ho­hen Preis sei­ner Na­men­ak­ti­en für Ge­sprächs­stoff. Mit rund 63 000 Fr. das Stück sind sie die mit Ab­stand teu­ers­ten Ti­tel der an der SIX ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten (vgl. Ta­bel­le). Wer nicht so viel in­ves­tie­ren will, muss mit den stimm­recht­lo­sen Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­nen vor­lieb­neh­men, die aber auch schon über 5000 Fr. je Stück schwer sind.

Platz zwei hal­ten die exo­ti­schen Ti­tel der Bank Ed­mond de Roth­schild. Die Ak­ti­en der Gen­fer Pri­vat­bank lie­gen zu mehr als 90% in fes­ten Hän­den der Fa­mi­lie. Nur we­ni­ge Stü­cke sind im Han­del. Neu in den Club der Ak­ti­en mit vier­stel­li­gen Prei­sen sind seit Kur­zem Ge­org Fi­scher auf­ge­stie­gen. Sie wa­ren es schon ein­mal – fast auf den Tag ge­nau vor zehn Jah­ren vor Aus­bruch der Fi­nanz- und Wirt­schafts­kri­se. Da­mals no­tier­ten sie nur kurz­zei­tig und we­ni­ger deut­lich über 1000 Fr.

Über­trof­fen wer­den die im Swiss Per­for­mance In­dex ge­führ­ten Ak­ti­en von den Aus­ser­börs­li­chen. Ge­mäss ei­ner von der ZKB auf­be­rei­te­ten Lis­te tau­chen ganz oben Reis­hau­er (75 000 Fr.), Braue­rei Schüt­zen­gar­ten (56 000 Fr.) und La­ger­häu­ser der Cen­tral­schweiz (30 750 Fr.) auf.

Die Schweiz ist in­ter­na­tio­nal vorn. Doch Be­rühmt­heit ge­niesst War­ren Buf­fetts Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaft Berk­shire Hat­ha­way. Mit 260 000 $ sind sie die mit Ab­stand schwers­ten Ti­teln welt­weit. Un­ter den 7200 Ak­ti­en des Da­ta­st­ream World In­dex kom­men auf Platz zwei die slo­wa­ki­schen Ta­tra Ban­ka – Lindt & Sprüng­li auf Platz drei so­wie Si­ka auf Platz zwölf.

Ho­he Prei­se sor­gen viel­leicht für ei­nen Nim­bus der Ex­klu­si­vi­tät. Der Li­qui­di­tät scha­det es je­doch. Die 63 000 Fr. je Lindt & Sprüng­li Na­men­ak­tie sind pro­hi­bi­tiv. So wird die Zahl der Ak­tio­nä­re an der Ge­ne­ral­ver­samm­lung und da­mit die Bhal­tis in Form der ge­schätzt 150 Fr. teu­ren Schog­gi-Schach­teln je Ak­tio­när klein ge­hal­ten. Rech­ne: Ein Split zum Fak­tor 100 wür­de da­zu füh­ren, dass ein Ak­tio­när mit ei­ner ein­zi­gen Ak­tie ei­ne Na­tu­ral­ren­di­te von viel­leicht 15 bis 20% er­hiel­te.

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