Nie­der­län­di­scher Lang­läu­fer

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ PHIL­IP­PE BÉGUELIN

Die Ne­der­land­se Wa­ter­sch­aps­bank emit­tiert, und die Ren­di­te der «Eid­ge­nos­sen» steigt.

Trotz Fe­ri­en­zeit ist die­se Wo­che am Pri­mär­markt ei­ne Fran­ken­an­lei­he plat­ziert wor­den. Die Zürcher Kan­to­nal­bank be­gab den zwan­zig­jäh­ri­gen Bond 5/8% Ne­der­land­se Wa­ter­sch­aps­bank 2017/2037 über 110 Mio. Fr. Der Aus­ga­be­preis be­trug 100,706% des No­mi­nal­werts, und die Ren­di­te war 0,58%. Der Ren­di­te­ab­schlag (Spre­ad) ge­gen­über der Re­fe­renz (Swap­mit­te) be­trug –12 Ba­sis­punk­te (Bp). Das Ra­ting des staats­na­hen In­sti­tuts wur­de von Stan­dard & Poor’s im No­vem­ber 2015 auf AAA hoch­ge­stuft, nach­dem die Nie­der­lan­de die Best­no­te er­hal­ten hat­ten.

An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen (GMBF) der Eid­ge­nos­sen­schaft, als de­ren Fe­der­füh­rer die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank fun­giert, wur­den am Di­ens­tag 413 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Ein­ge­gan­gen wa­ren nach Mit­tei­lung der SNB Ge­bo­te über 1,813 Mrd. Fr. Die Ren­di­te lag fast un­ver­än­dert auf –0,908%, nach –0,904% in der Vor­wo­che.

Am Se­kun­där­markt stieg die Ren­di­te der zehn­jäh­ri­gen An­lei­hen der Eid­ge­nos­sen­schaft am Di­ens­tag über null und han­del­te auf 0,007%. Der Markt­zins hat­te vor zwölf Mo­na­ten das All­zeit­tiefst von –0,62% er­reicht und klet­ter­te da­nach in die Hö­he. Da­bei blieb er je­doch stets im ne­ga­ti­ven Be­reich, aus­ser im De­zem­ber und im März, als er je­weils kurz über der Null­li­nie han­del­te.

Die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Deut­scher Bun­des­an­lei­hen stieg eben­falls leicht und no­tier­te 0,555%. Ein Grund für die et­was hö­he­ren Zin­sen könn­te der Ifo-In­dex sein. Der wich­tigs­te Früh­in­di­ka­tor für Deutsch­lands Kon­junk­tur stieg un­er­war­tet zum drit­ten Mal in Fol­ge auf ein Re­kord­hoch. Die Un­ter­neh­men wa­ren seit der Wie­der­ver­ei­ni­gung noch nie zu­frie­de­ner mit ih­rer ak­tu­el­len Ge­schäfts­la­ge, mel­de­te das Münch­ner Ifo In­sti­tut. Das Fa­zit: «Die deut­sche Wirt­schaft steht un­ter Voll­dampf.»

Der Fran­ken hält sich der­weil über dem Kurs von 1.10 Fr./€ und han­del­te am Di­ens­tag et­was hö­her als am Frei­tag­abend auf 1.1069 Fr./€. Um den ver­gan­ge­nen Mo­nats­wech­sel hat­ten sich ver­schie­de­ne No­ten­ban­ken da­hin­ge­hend ge­äus­sert, dass die ex­pan­si­ve Geld­po­li­tik ge­dros­selt wer­den müs­se. Das wür­de ih­re Wäh­run­gen stär­ken und den Auf­wer­tungs­druck auf den Fran­ken ver­rin­gern. Seit­her ist be­son­ders EZB-Chef Ma­rio Draghi zu­rück­ge­krebst, der ver­gan­ge­ne Wo­che beim Zins­ent­scheid wie­der vor­sich­ti­ge­re Tö­ne an­ge­schla­gen hat. Den­noch bleibt die La­ge ent­spannt.

Das zeigt sich be­son­ders gut an den Sicht­gut­ha­ben der Ban­ken bei der SNB. Sie sind ein In­di­ka­tor für die In­ter­ven­tio­nen der Na­tio­nal­bank am De­vi­sen­markt. Je mehr sie den Fran­ken schwächt, des­to schnel­ler neh­men die Sicht­gut­ha­ben zu. Sie stie­gen in den ver­gan­ge­nen vier Wo­chen um 887 Mio. Fr. und da­mit erst­mals in die­sem Jahr we­ni­ger als 1 Mrd. Fr. Von Mai bis Mit­te Ju­li lag die Vier­wo­chen­sum­me zwi­schen 1,4 und 2,6 Mrd. Fr. und im Fe­bru­ar stieg sie bis auf 18 Mrd. Fr. Trotz der Be­ru­hi­gung ist die SNB aber un­un­ter­bro­chen am Markt ak­tiv. Am we­nigs­ten in­ter­ve­nier­te sie die­ses Jahr in der ers­ten Wo­che im Ju­li, da­mals stie­gen die Sicht­gut­ha­ben le­dig­lich 62 Mio. Fr. Ihr Ge­samt­be­trag be­läuft sich mitt­ler­wei­le auf 579 Mrd. Fr.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.