Här­te­re Zei­ten für APG

Finanz und Wirtschaft - - GESUNDHEIT/KONSUM - AK

Es sind gol­de­ne Zei­ten ge­we­sen für APG. Seit dem Tief 2010 und dem Aus­stieg aus Aus­lan­d­en­ga­ge­ments ha­ben die Ak­ti­en ge­gen 400% zu­ge­legt. Doch nun ver­schärft sich der Wett­be­werb im Aus­sen­wer­be­markt mehr und mehr.

Da­von zeugt der Halb­jah­res­be­richt von APG: Der Um­satz in der Schweiz sank 3% auf 139,9 Mio. Fr. Das heisst, der Le­a­der hat et­was Markt­an­teil (ak­tu­ell ge­schätzt 65%) ver­lo­ren. In öf­fent­li­chen Aus­schrei­be­ver­fah­ren gin­gen ei­ni­ge wich­ti­ge Ver­trä­ge, die­je­ni­gen mit den Städ­ten Lu­zern und Genf so­wie den Ver­kehrs­be­trie­ben Zü­rich ( VBZ), ver­lo­ren.

Im Kan­ton Ba­sel-Stadt, der sei­ne Pla­kat­flä­chen neu aus­ge­schrie­ben hat­te, wird das Mo­no­pol der APG 2018 fal­len, doch sie bleibt dort Markt­füh­re­rin: An­fang Fe­bru­ar er­hielt sie den Zu­schlag für sie­ben von elf Lo­sen. CEO Mar­kus Ehr­le sagt, dass die Mar­gen in Ba­sel künf­tig klei­ner wer­den. Im Markt ist zu hö­ren, dass APG mit ih­rem An­ge­bot an die Schmerz­gren­ze ging.

Wich­tig wird sein, wie das für die Aus­sen­wer­ber zen­tra­le Ver­fah­ren der SBB ver­lau­fen wird. Die Bun­des­bah­nen ha­ben ih­re Fremd­wer­be­flä­chen per 2019 zur Ver­mark­tung aus­ge­schrie­ben. Die Ein­ga­be­frist für An­ge­bo­te en­de­te am 14. Ju­li. Es ist da­bei ei­ne neue Kraft im Markt: Wie jüngst ge­mel­det, will Ta­me­dia, die «Fi­nanz und Wirtschaft» her­aus­gibt, ei­ne Mehr­heit an der Gen­fer Neo Ad­ver­ti­sing über­neh­men. Die­se ist mit ei­nem An­teil um 5% die Num­mer drei im Schwei­zer Aus­sen­wer­be­markt. Das Tan­dem Ta­me­dia/Neo Ad­ver­ti­sing be­tei­ligt sich an der SBB-Aus­schrei­bung. Zum Mit­ma­chen ein­ge­la­den wur­de von der SBB auch Ad­mei­ra, die jun­ge Wer­be­ver­mark­tungs­al­li­anz von Swiss­com, SRG und Rin­gier.

Trotz des schär­fe­ren Wett­be­werbs wirt­schaf­tet Markt­lea­der APG wei­ter aus­ge­zeich­net. Er ver­tei­dig­te im ers­ten Halb­jahr die Pro­fi­ta­bi­li­tät. Ber­ei­nigt um den letzt­jäh­ri­gen Lie­gen­schafts­ver­kauf blieb die Mar­ge auf Stu­fe Ebit auf 20,7%. Zu be­rück­sich­ti­gen ist, dass im Be­triebs­er­trag noch ein Bei­trag von 2,4 Mio. Fr. aus Sach­an­la­gen­ver­käu­fen steckt.

In Be­zug auf den frei­en Cash­flow re­sul­tier­te ein Mi­nus­wert von 15,2 Mio. Fr. Dies er­klärt sich mit der ho­hen Di­vi­den­den­zah­lung. Da­zu in­ves­tiert APG in die Di­gi­ta­li­sie­rung der Wer­be­an­ge­bo­te, so CEO Ehr­le. Sei­nen Aus­sa­gen zu­fol­ge wird der freie Cash­flow 2017 un­ter dem um Lie­gen­schafts­er­lö­se be­rei­nig­ten Vor­jah­res­ni­veau von 33,2 Mio. Fr. lie­gen.

Die Aus­schüt­tung ist nicht ge­fähr­det. Wenn APG nächs­tes Jahr wie zu­letzt ins­ge­samt 24 Fr. je Ak­tie zahlt, er­gibt sich ei­ne ho­he Ren­di­te von 5,3%. Zu er­wäh­nen ist, dass in den letz­ten Jah­ren mehr als 100% des Ge­winns aus­ge­schüt­tet wur­den, um un­be­nö­tig­te Net­to­li­qui­di­tät ab­zu­bau­en. Mit ei­nem ge­schätz­ten Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2017 von 26 sind die Ti­tel hoch be­wer­tet, zu­mal der Druck im Wer­be­markt wei­te­rem Wachs­tum ent­ge­gen­steht. Es sind wei­ter gu­te Zei­ten für APG, aber nicht mehr ganz so gül­de­ne wie vor kur­zem noch.

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