Flin­ke Fuhr­män­ner

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - AS

End­lich, nach jah­re­lan­ger Flau­te, ist der Welt­han­del wie­der in Schwung ge­ra­ten. Kein Wun­der, zäh­len die Va­lo­ren von Frachtspe­di­teu­ren zu den gröss­ten Ge­win­nern am Ak­ti­en­markt. Küh­ne + Na­gel ha­ben seit Jah­res­be­ginn fast ein Vier­tel zu­ge­legt, die Pa­pie­re des dä­ni­schen Kon­kur­ren­ten DSV (Ko­pen­ha­gen: DSV, Kurs: 401.50 dKr., Bör­sen­ka­pi­ta­li­sie­rung: 76,3 Mrd. dKr.) ge­gen 30%.

DSV steht für «De Sam­mens­lut­te­de Vo­gn­mænd», auf Deutsch «Die ver­ei­nig­ten Fuhr­män­ner». Das erst 1976 ge­grün­de­te Un­ter­neh­men bringt um­ge­rech­net 11,5 Mrd. Fr. Wert auf die Bör­sen­waa­ge – vier­mal mehr als Pa­nal­pi­na. Die ers­ten zwan­zig Jahre ver­lie­fen un­spek­ta­ku­lär, ab­ge­se­hen vom Gang an die Bör­se 1987.

Die Hälf­te grös­ser

Doch seit 1997 kauft DSV ein Un­ter­neh­men nach dem an­dern. 2000 ver­vier­fach­ten sich die Trans­port- und Lo­gis­tik­ak­ti­vi­tä­ten durch ei­ne Ak­qui­si­ti­on. 2006 er­war­ben die Dä­nen die nie­der­län­di­sche Frans Maas, DSV wur­de zu Eu­ro­pas dritt­gröss­tem Trans­port­kon­zern.

In ei­ne neue Di­men­si­on ka­ta­pul­tier­te sich die dä­ni­sche Ge­sell­schaft im ver­gan­ge­nen Jahr mit der Über­nah­me des US-Fracht­lo­gis­ti­kers UTi. Zum Preis von 1,35 Mrd. $ hol­te DSV 50% mehr Um­satz an Bord. Aus dem einst rein dä­ni­schen wur­de ein glo­ba­les Un­ter­neh­men. Wäh­rend zu­vor Trans­port­dienst­leis­tun­gen auf der Strasse das Haupt­ge­schäft wa­ren, sind nun die Ak­ti­vi­tä­ten in der Luft und auf See fast eben­bür­tig.

Mit UTi ist DSV welt­weit Num­mer vier der Trans­port­lo­gis­ti­ker, hin­ter DHL, Küh­ne + Na­gel und Schen­ker (Deut­sche Bahn). Der Markt ist zer­split­tert, DSV er­reicht ei­nen An­teil von bloss 3%. Die Trans­ak­ti­on mit UTi dient da­her als in­ter­es­san­tes Fall­bei­spiel für ei­ne Gross­ak­qui­si­ti­on und wird da­her von der Kon­kur­renz mit Ar­gus­au­gen ver­folgt.

Schul­den rasch ge­senkt

Zum Zeit­punkt der Über­nah­me schrieb UTi ope­ra­tiv Ver­lust. DSV ist es aber ge­lun­gen, ra­scher als er­war­tet be­deu­ten­de Sy­ner­gi­en zu he­ben. 2017 und vor al­lem 2018 soll­te der Kon­zern­ge­winn deut­lich zu­neh­men. Als das DSV-Ma­nage­ment die Trans­ak­ti­on im Herbst 2015 an­kün­dig­te, stell­te es in Aus­sicht, die Trans­ak­ti­on wer­de den Ge­winn je Ak­tie nach zwei Jah­ren aus­wei­ten und die ope­ra­ti­ve Mar­ge mit der Zeit auf das frü­he­re Ni­veau zu­rück­keh­ren.

Wie die Schwei­zer Kon­kur­ren­ten ver­folgt DSV ein «As­set-Light-Bu­si­nes­sMo­del». Das Un­ter­neh­men be­sitzt we­der Schif­fe noch Flug­zeu­ge und nur ei­ne be­grenz­te An­zahl Last­wa­gen selbst. Den ho­hen frei­en Cash­flow be­nutzt DSV, um die Schul­den aus dem UTi-De­al rasch ab­zu­bau­en. Die Fi­nanz­ana­lys­ten rech­nen da­mit, dass der Kon­zern bald wie­der in der La­ge ist, ei­ge­ne Ak­ti­en zu­rück­zu­kau­fen. «Ever­y­bo­dy loves the group», ti­tel­te Ke­p­ler Cheu­vreux un­längst in ei­ner Stu­die über DSV. Das nicht ge­ra­de: Aber 17 von 25 Ana­lys­ten, die das Un­ter­neh­men re­gel­mäs­sig ver­fol­gen, ra­ten zum Kauf der Ak­ti­en. Mit ei­nem Kur­sGe­winn-Ver­hält­nis von 21 für 2018 sind sie güns­ti­ger be­wer­tet als K+N (23).

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