Ver­lust trotz Eu­ro

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Der Eu­ro steigt, da müss­te die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank auf ih­rem Fremd­wäh­rungs­be­stand ei­gent­lich ei­nen Ge­winn aus­wei­sen. Doch im zwei­ten Quar­tal re­sul­tie­re für die SNB ein Ver­lust von 2 bis 6 Mrd. Fr., ver­an­schlagt UBS-Öko­nom Ales­san­dro Bee. Die SNB pu­bli­ziert die Zah­len am kom­men­den Mon­tag.

Der Eu­ro macht im De­vi­sen­be­stand 42% aus und wer­te­te von April bis Ju­ni zum Fran­ken nur knapp 2% auf. Seit An­fang Ju­li sind es wei­te­re 3,8%, am Frei­tag stand der Wech­sel­kurs über 1.13 Fr./€ (vgl. Sei­te 1). Der Dol­lar hin­ge­gen, der am De­vi­sen­be­stand ei­nen An­teil von 34% hat, sank zum Fran­ken im zwei­ten Quar­tal gut 4%. Auch der Yen ver­lor zum Fran­ken, er liegt im SNB-Port­fo­lio mit 8% an drit­ter Stel­le.

Die Fremd­wäh­run­gen sind zu vier Fünf­teln in Ob­li­ga­tio­nen in­ves­tiert, haupt­säch­lich in Staats­an­lei­hen mit Ra­ting AAA oder AA. In Deutsch­land stie­gen die Zin­sen, und da­mit fie­len die Kur­se der Bun­des­an­lei­hen. In Frank­reich nahm die Ri­si­ko­prä­mie ab, und der Kurs der Staats­an­lei­hen klet­ter­te nach oben. Ins­ge­samt re­sul­tiert aus den Kurs­be­we­gun­gen der Ob­li­ga­tio­nen ge­mäss Bee ein klei­ner Ver­lust.

Ein Fünf­tel ih­res Port­fo­li­os in­ves­tiert die SNB welt­weit di­ver­si­fi­ziert und in­dex­nah in Ak­ti­en. Die gröss­te Ak­ti­en­po­si­ti­on ist App­le (vgl. www.fuw.ch/290717-17). Da die glo­ba­len Ak­ti­en­märk­te ins­ge­samt stie­gen, ver­bucht die SNB ei­nen Ge­winn.

Die De­vi­sen­an­la­gen aus An­lei­hen und Ak­ti­en ma­chen 93% der Bi­lanz­sum­me aus. Cou­pons und Di­vi­den­den brin­gen wie ge­wohnt ei­nen Er­trag. Die Gold­re­ser­ven be­tra­gen gut 5% der Bi­lanz. Sie ha­ben an Wert ein­ge­büsst. Der Ne­ga­tiv­zins lie­fer­te im zwei­ten Quar­tal et­wa 500 Mio. Fr.

Mit dem Über­schuss von knapp 8 Mrd. Fr. vom ers­ten Quar­tal er­gibt sich ge­mäss Bee ein Se­mes­ter­ge­winn von 2 bis 6 Mrd. Fr. Das Ei­gen­ka­pi­tal sei seit An­fang Jahr kaum ge­wach­sen, auch we­gen der Ge­winn­aus­schüt­tung für das Ge­schäfts­jahr 2016 an Bund und Kan­to­ne von 1,7 Mrd. Fr. So­mit macht das Ei­gen­ka­pi­tal nach wie vor le­dig­lich 11% der Bi­lanz­sum­me aus.

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