Mu­sik in Un­ter­neh­mens­an­lei­hen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - HÉRVE HANOUNE,

Die Rück­kehr zur geld­po­li­ti­schen Nor­ma­li­tät ge­stal­tet sich welt­weit schwie­rig. Of­fen­bar gilt der Teue­rungs­ra­te nicht mehr das Haupt­au­gen­merk der Wäh­rungs­hü­ter. Viel­mehr kon­zen­trie­ren sich die Zen­tral­ban­ken auf ein­zel­ne Ri­si­ko­fak­to­ren, die in­fol­ge der un­kon­ven­tio­nel­len Geld­po­li­tik ent­stan­den sind. Un­ab­hän­gig da­von, ob die Kom­mu­ni­ka­ti­on der Zen­tral­ban­ken auf­ein­an­der ab­ge­stimmt ist oder nicht, hat sie zu ei­nem An­stieg der welt­wei­ten An­lei­he­ren­di­ten ge­führt.

Rich­ten wir un­se­ren Blick zu­nächst über den At­lan­tik. Die US-No­ten­bank (Fed) wird an­ge­sichts ei­ner Pro­duk­ti­ons­lü­cke von null stär­ker auf die ein­ge­hen­den Wirt­schafts­da­ten re­agie­ren müs­sen. Hin­ge­gen ist die La­ge für die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) ent­spann­ter. Die EZB hat ihr In­fla­ti­ons­ziel von et­wa 2% noch längst nicht er­reicht. In der Schweiz liegt der Fo­kus wei­ter­hin auf der Schwei­ze­ri­schen Na­tio­nal­bank (SNB) und dem Spiel­raum für In­ter­ven­tio­nen am De­vi­sen­markt. Der Wahl­aus­gang in Frank­reich hat je­doch den Eu­ro un­ter­stützt und et­was Druck von der SNB ge­nom­men. Stra­te­gi­en, mit de­nen An­le­ger ih­ren Ein­schät­zun­gen fle­xi­bel und schnell Aus­druck ver­lei­hen kön­nen, sind in die­sem Um­feld wich­ti­ger denn je. An­ge­sichts stei­gen­der Zin­sen und An­lei­he­ren­di­ten soll­ten An­le­ger auf ei­ne kür­ze­re Du­ra­ti­on set­zen. Zu­dem sind Un­ter­neh­mens­an­lei­hen at­trak­tiv. Da­bei ste­chen drei Seg­men­te her­vor. Ers­tens die Pe­ri­phe­rie des Eu­ro­raums, da­zu zählt et­wa Por­tu­gal. Zwei­tens nach­ran­gi­ge Hy­brid­an­lei­hen von Fi­nanz- und In­dus­trie­un­ter­neh­men so­wie drit­tens, An­lei­hen von Schwel­len­län­dern.

Dar­über hin­aus sind Wäh­run­gen wich­ti­ge Ren­di­te­quel­le. Ne­ben Long-Po­si­ti­on im Dol­lar bie­ten Short-Po­si­tio­nen auf den ko­rea­ni­schen Won, den Sin­ga­pur-Dol­lar und den Tai­wan-Dol­lar Chan­cen. Al­le drei Wäh­run­gen lau­fen Ge­fahr, durch ei­nen Han­dels­krieg mit den Ver­ei­nig­ten Staa­ten be­ein­flusst zu wer­den. In An­be­tracht des er­höh­ten po­li­ti­schen Ri­si­kos nach The­re­sa Mays Wahl­fi­as­ko blei­ben Short-Po­si­tio­nen auf das bri­ti­sche Pfund zu­dem in­ter­es­sant. Di­ver­si­fi­ka­ti­on ist ins­ge­samt ent­schei­dend.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.