Wo Schul­den sich tür­men

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Schul­den sind der Wachs­tums­mo­tor des Ka­pi­ta­lis­mus. Oh­ne die Mög­lich­keit, ei­ne neue Ma­schi­ne per Kre­dit zu fi­nan­zie­ren, wä­re die In­dus­tria­li­sie­rung nicht so rasch vor­an­ge­schrit­ten. Der heu­ti­ge Wohl­stand in der west­li­chen Welt wä­re oh­ne Schul­den­wirt­schaft nicht vor­stell­bar. Doch ein Zu­viel an Schul­den kann auch ge­fähr­lich sein. Das hat die Im­mo­bi­li­en­kri­se in den USA und da­nach die Eu­ro­schul­den­kri­se zu­letzt vor Au­gen ge­führt. Glo­bal nimmt die Ver­schul­dung den­noch wei­ter zu. Die Haus­halt­de­fi­zi­te der Staa­ten sind da­bei nur ei­ne Ur­sa­che. Auch die Un­ter­neh­men und Pri­vat­haus­hal­te fi­nan­zie­ren In­ves­ti­tio­nen und Kon­sum­aus­ga­ben zu­neh­mend mit Fremd­ka­pi­tal. Am mar­kan­tes­ten ist die­se Ent­wick­lung in Chi­na. In zehn Jah­ren ha­ben sich die Ver­bind­lich­kei­ten der dor­ti­gen Un­ter­neh­men auf um­ge­rech­net 18 000 Mrd. $ ver­sechs­facht. Vie­le Staats­kon­zer­ne ge­hö­ren un­ter­des­sen zu den gröss­ten Ein­zel­gläu­bi­gern der Welt. So be­lau­fen sich die aus­ste­hen­den Ver­bind­lich­kei­ten der Ei­sen­bahn­ge­sell­schaft Chi­na Rail­way auf das Dop­pel­te der Schwei­zer Staats­schul­den.

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