No­var­tis macht es span­nend

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - MICHAEL GRIESDORF

Das Ma­nage­ment von No­var­tis steht un­ter Druck, zu lie­fern. Ab 2018 will der Phar­ma­kon­zern in ei­ne lang an­hal­ten­de Wachs­tums­pha­se tre­ten. Vor­erst gilt es al­ler­dings, ver­schie­de­ne Baustellen zu be­wäl­ti­gen. Die Zei­chen da­für ste­hen mitt­ler­wei­le güns­tig. Das Herz­me­di­ka­ment En­t­res­to – es muss zu­sam­men mit an­de­ren Wirk­stof­fen den Um­satz­ver­lust beim pa­tent­ver­lus­ti­gen Krebs­prä­pa­rat Gli­vec er­set­zen – scheint trotz Rück­er­stat­tungs­hür­den der Ver­si­che­rer end­lich Ab­neh­mer zu fin­den. Zu­dem lie­fer­te die Au­gen­heil­spar­te Al­con im zwei­ten Quar­tal nach mehr als zwei Jah­ren end­lich wie­der ein Um­satz­wachs­tum in al­len Teil­be­rei­chen. Noch sind die Pro­ble­me der Di­vi­si­on nicht ge­löst. Zu­min­dest zeich­net sich aber ei­ne Trend­wen­de ab. Die Ge­schäfts­ent­wick­lung ist Ent­schei­dungs­ba­sis für die Zu­kunft von Al­con. An­fang Jahr er­klär­te CEO Joe Ji­me­nez, Op­tio­nen zu prü­fen. Just in dem Mo­ment, in dem En­t­res­to und Al­con lang­sam auf Tou­ren kom­men, ist bei der drit­ten Spar­te, der Ge­ne­ri­ka­toch­ter San­doz, we­gen Preis­drucks aus dem Re­tail­be­reich der Um­satz ein­ge­bro­chen.

En­t­res­to dürf­te bis En­de 2017 rund 500 Mio. $ Um­satz er­zie­len und da­mit ei­nen deut­li­chen Schritt in Rich­tung Block­bus­ter ma­chen. Me­di­ka­men­te wer­den so ge­nannt, wenn sie pro Jahr mehr als 1 Mrd. $ Um­satz ge­ne­rie­ren. Phar­ma­kon­zer­ne kon­zen­trie­ren sich meist auf Wirk­stof­fe mit sol­chem Po­ten­zi­al. Gli­vec zum Bei­spiel er­ziel­te zu Spit­zen­zei­ten Ein­nah­men von 4,7 Mrd. $ pro Jahr. Der­weil wird Al­con wei­ter wach­sen. En­de 2017 will No­var­tis sa­gen, was für die Spar­te ge­plant ist. In Fra­ge kom­men ein Ver­kauf, ei­ne se­pa­ra­te Bör­sen­ko­tie­rung oder aber – bei ge­nü­gend gu­tem Ge­schäfts­gang – doch ein Ver­bleib im Kon­zern. Der San­do­zUm­satz wird im Ge­samt­jahr weit­ge­hend sta­gnie­ren. Die Spe­zi­al-Ge­ne­ri­ka wer­den die Ein­bus­sen bei den Re­tail-Ge­ne­ri­ka nicht wett­ma­chen kön­nen.

No­var­tis ist deut­lich vor­an­ge­kom­men. Dass Al­con wie­der in der Ge­samt­heit wächst, ist er­freu­lich, eben­so der an­zie­hen­de Er­lös von En­t­res­to. Der Kon­zern ist auf Kurs für Wachs­tum. Wie es mit Al­con aber wei­ter­geht, lässt sich schwer vor­her­se­hen. Am sinn­volls­ten wä­re ein Ver­kauf oder ei­ne Ko­tie­rung an der Bör­se. So rich­tig passt die Spar­te nicht in ei­nen Phar­ma­kon­zern. Bei San­doz ist nicht da­mit zu rech­nen, dass der Preis­druck nach­las­sen wird. Um­so wich­ti­ger ist, dass No­var­tis mit neu­en, we­ni­ger im Fo­kus der Ver­si­che­run­gen ste­hen­den Spe­zi­alGe­ne­ri­ka Er­folg hat. Ob das ge­lingt, ist nicht si­cher. Ins­ge­samt sieht No­var­tis Zu­kunft bes­ser aus als noch zu Jah­res­be­ginn. Das reicht den In­ves­to­ren aber nicht, der Druck auf mehr Ren­di­te wird an­hal­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.