Was Swiss Re mit dem Über­ka­pi­tal macht

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Der Ver­si­che­rer Swiss Re hat zu viel, wo­von die Ban­ken eher zu we­nig ha­ben: Ei­gen­ka­pi­tal. Es steht im Wert von 35 Mrd. $ in der Bi­lanz. Die Sol­venz­an­for­de­rung wird mehr als dop­pelt er­füllt. Die or­dent­li­che Di­vi­den­de steht schon auf Re­kord­stand, und 2012 bis 2014 sind er­gän­zend Son­der­di­vi­den­den be­zahlt wor­den. Das Über­ka­pi­tal für Ge­schäfts­wachs­tum ein­zu­set­zen, ist ge­fähr­lich. In der Ka­ta­stro­phen- und in der In­dus­trie­ver­si­che­rung droht, dass Über­ka­pa­zi­tä­ten die Prei­se und Ren­di­ten dau­er­haft aus der Ba­lan­ce kip­pen.

Das Ma­nage­ment lässt we­gen der un­er­quick­li­chen Preis­la­ge im Stamm­ge­schäft be­wusst Neu­ge­schäft aus, das zu we­nig lu­kra­tiv er­scheint. Des­halb ging der Um­satz im ers­ten Quar­tal 10% zu­rück. Die Ren­ta­bi­li­täts­zah­len blie­ben auf ho­hem Ni­veau. Aber der Brem­ser im Stan­dard­ge­schäft ist von den Bör­sen­an­le­gern die­ses Jahr nicht gut auf­ge­nom­men wor­den. Die Kon­zern­lei­tung ver­sucht nun, die Ka­pi­tal­stär­ke des Kon­zerns für Gross­de­als zu nut­zen. Da­bei geht es dar­um, mit füh­ren­den Erst­ver­si­che­rern aus­ser­halb des üb­li­chen Rhyth­mus kom­ple­xe mehr­di­men­sio­na­le Rück­ver­si­che­rungs­de­als aus­zu­han­deln. Über den Er­folg die­ser Ver­la­ge­rungs­tak­tik wird am 4. Au­gust mit den Se­mes­ter­zah­len Re­chen­schaft ab­ge­legt.

Für die Ver­si­che­rungs­wirt­schaft ist das ers­te Se­mes­ter glimpf­lich ver­lau­fen. Ka­ta­stro­phen und an­de­re schwe­re Scha­de­ner­eig­nis­se ha­ben ge­mäss ers­ten Bran­chen­zah­len Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen aus­ge­löst, die un­ter dem Mehr­jah­res­schnitt aus­fie­len. Die Scha­den­bud­gets sind al­ler Vor­aus­sicht nach nicht voll­stän­dig be­an­sprucht. Un­ter die­sen Um­stän­den könn­te es an der Mo­ti­va­ti­on ha­pern, auf die von Swiss Re feil­ge­bo­te­nen in­di­vi­du­el­len Gross­trans­ak­tio­nen ein­zu­ge­hen. Aber auch Swiss Re selbst dürf­te dank des mo­de­ra­ten Scha­den­trends kräf­ti­ge Zweit­quar­tals­zah­len vor­le­gen. Der Um­fang des Ei­gen­ka­pi­tals bleibt da­mit ein Lu­xus­pro­blem. Denn auf ei­ner klei­ne­ren Ka­pi­tal­grös­se lies­se sich leich­ter ei­ne ho­he Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te er­wirt­schaf­ten. So wür­de nicht er­stau­nen, wenn der Ver­wal­tungs­rat von Swiss Re frü­her als er­war­tet den nächs­ten Ak­ti­en­rück­kauf be­schlös­se.

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