ABB setzt auf Zu­käu­fe, um zu wach­sen

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Der Elek­tro­tech­nik- und Au­to­ma­ti­ons­kon­zern hat im­mer noch Mü­he, den Um­satz zu ver­grös­sern. Das ist kein tri­via­les Pro­blem, denn die im­mer noch weit ver­zweig­te ABB ist in ei­ner Viel­zahl Sek­to­ren und Re­gio­nen ak­tiv. Das spät­zy­kli­sche Ge­schäft und die Nach­fra­ge aus Pro­zess­in­dus­tri­en wie Berg­bau und Öl lahmt noch im­mer. Die früh­zy­kli­schen Ge­schäfts­fel­der wie In­dus­trie­au­to­ma­ti­on und die Ro­bo­tik sind dy­na­mi­scher, aber noch zu klein, um das Kon­zern­wachs­tum zu tra­gen. Bis­lang ein Licht­blick ist die Ent­wick­lung der be­trieb­li­chen Pro­fi­ta­bi­li­tät, die dank Ef­fi­zi­enz­pro­gram­men im Rah­men der Next-Le­velS­tra­te­gie ste­tig ver­bes­sert wur­de. 2017 hat ABB als Über­gangs­jahr de­kla­riert, da­nach sieht der stra­te­gi­sche Fahr­plan bis 2020 ste­ti­ge Um­satz- und Ge­winn­ex­pan­si­on vor.

Das Markt­um­feld bleibt schwie­rig, die Be­schleu­ni­gung des or­ga­ni­schen Wachs­tums braucht noch ei­ne län­ge­re An­lauf­zeit. Die Stär­kung des In­dus­trie-IT- und -Au­to­ma­ti­ons­ge­schäfts mit dem Kauf von B&R gibt dem­nach die Rich­tung vor. CEO Ul­rich Spiess­ho­fer hat klar ge­macht, dass ABB auf Zu­käu­fe set­zen wird, um schnel­ler zu wach­sen. GE In­dus­tri­al So­lu­ti­ons oder die Au­to­ma­ti­ons­di­vi­si­on von L&T wer­den als Kauf­ob­jek­te her­um­ge­reicht. Auch das In­dus­trieIT-Ge­schäft von He­xa­gon wä­re für ABB in­ter­es­sant.

ABB hat die fi­nan­zi­el­le Feu­er­kraft, um mil­li­ar­den­schwe­re Zu­käu­fe zu stem­men. Ob die Ak­qui­si­tio­nen Wert schaf­fen, lässt sich nur im Rück­blick ein­schät­zen. He­xa­gon oder Tei­le da­von er­schei­nen mit Blick auf ABBs Di­gi­ta­li­sie­rungs­be­mü­hun­gen at­trak­tiv. Der Kauf­preis wä­re auf je­den Fall hoch, auch wenn Spiess­ho­fer ver­si­chert, bei Ak­qui­si­tio­nen «sehr dis­zi­pli­niert» vor­ge­hen zu wol­len. Aus An­le­ger­sicht und mit Blick auf die Ka­pi­tal­ren­di­te wä­re wün­schens­wert, wenn ABB nur zu­kauft, um das Port­fo­lio ge­zielt tech­no­lo­gisch zu stär­ken. Al­les an­de­re wä­re sehr ri­si­ko­be­haf­tet.

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