Das Zy­klus­mo­dell

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Kon­junk­tur­in­di­ka­to­ren fo­kus­sie­ren auf die Zykli­zi­tät der Volks­wirt­schaft. Dem­zu­fol­ge durch­läuft die Konjunktur un­ab­hän­gig vom lang­fris­ti­gen Wachs­tums­trend ver­schie­de­ne Pha­sen der wirt­schaft­li­chen Leis­tung. Die­ses Zy­klus­mo­dell wur­de An­fang des 19. Jahr­hun­derts vom fran­zö­si­schen Öko­nom Charles Du­n­oy­er ein­ge­führt und bil­de­te spä­ter die Grund­la­ge für vie­le öko­no­mi­sche Theo­ri­en. Karl Marx und Jo­seph Schum­pe­ter er­wei­ter­ten das Mo­dell. Letz­te­rer führ­te die vier Pha­sen Erholung, Ex­pan­si­on, Kri­se (Peak) und Re­zes­si­on ein. Da­bei zeich­net sich je­de Pha­se durch spe­zi­fi­sche Merk­ma­le aus.

Die Erholung mar­kiert den Be­ginn der wirt­schaft­li­chen Ex­pan­si­on. In die­ser Pha­se sin­ken das Brut­to­in­land­pro­dukt (BIP) und die In­dus­trie­leis­tung nicht mehr. Die Un­ter­neh­men be­gin­nen wie­der Leu­te ein­zu­stel­len. Das macht sich lang­sam auch beim Kon­sum be­merk­bar: Als ers­tes stei­gen die Aus­ga­ben fürs Woh­nen und für lang­le­bi­ge Gü­ter. Die In­fla­ti­on bleibt aber noch tief. Erst in der spä­ten Ex­pan­si­on steigt auch das Preis­ni­veau. Schuld dar­an ist oft die schwin­den­de Ar­beits­lo­sig­keit, die zu­erst die Löh­ne und dann die Prei­se nach oben treibt. Die Kon­su­men­ten­stim­mung ver­bes­sert sich spür­bar und das Wirt­schafts­wachs­tum be­schleu­nigt sich.

Ir­gend­wann ist der Hö­he­punkt er­reicht. Im Peak steigt das BIP nur noch lang­sam, die Un­ter­neh­men stel­len nicht mehr vie­le Ar­beit­su­chen­de ein. Die In­fla­ti­on wird je­doch im­mer stär­ker. Zu­letzt kippt die Stim­mung. Die Wirt­schaft fällt in ei­ne Re­zes­si­on. Das BIP schrumpft. In­dus­trie­un­ter­neh­men füh­ren zu­erst Kurz­ar­beit ein, kön­nen Ent­las­sun­gen aber oft nicht ver­mei­den. Das be­las­tet den Kon­sum. Die Prei­se sin­ken aber erst mit Ver­zö­ge­rung.

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