TV-Be­trei­ber flüch­ten in die Of­fen­si­ve

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - THA/CG

Dis­co­very und Scripps Net­works pla­nen Mil­li­ar­den­fu­si­on. Schär­fe­re Auf­la­gen ne­beln Ta­bakak­ti­en ein.

Han­dels­stun­den 0,2% im Plus auf 2475,41. Das Blue-Chip-Ba­ro­me­ter Dow Jo­nes In­dus­tri­al mach­te 0,4% gut. Un­ter den wich­tigs­ten US-Ak­ti­en­in­di­zes hat sich der Dow zu­letzt klar am bes­ten ent­wi­ckelt und am Mon­tag mit 21 891 ei­nen neu­en Re­kord mar­kiert.

Im Fern­seh­ge­schäft bahnt sich ei­ne Mil­li­ar­den­fu­si­on an. So will der Me­di­en­kon­zern Dis­co­very Com­mu­ni­ca­ti­ons (24.77 $, –6,5%) den Ri­va­len Scripps Net­works In­ter­ac­tive (87.36 $, +11,9%) für 14,6 Mrd. $ kau­fen. Das ent­spricht ei­nem Preis von 90 $ je Scripp­sAk­tie. Ge­mes­sen am Kurs vom 18. Ju­li, be­vor ers­te Spe­ku­la­tio­nen in Um­lauf ka­men, ist das ei­ne Prä­mie von 34%. Die Kon­kur­renz von On­li­ne-An­bie­tern wie Net­flix (182.49 $, –2,9%) und Ama­zon setzt tra­di­tio­nel­le Ka­bel­netz­be­trei­ber zu­neh­mend un­ter Druck.

Auch die­se Wo­che hal­ten die Un­ter­neh­mens­ab­schlüs­se In­ves­to­ren auf Tr­ab. Mehr als die Hälf­te der Kon­zer­ne im S&P 500 hat die Zah­len für das zwei­te Quar­tal in­zwi­schen ver­öf­fent­licht. Die bis­he­ri­gen Re­sul­ta­te stim­men zu­ver­sicht­lich. Das gilt spe­zi­ell für Un­ter­neh­men mit be­deu­ten­dem Ge­schäft im Aus­land, die von der Dol­lar­schwä­che pro­fi­tie­ren. Ge­mäss dem Da­ten­dienst Fact­Set schät­zen Ana­lys­ten, dass die Ge­win­ne der gröss­ten US-Kon­zer­ne ge­gen­über der Vor­jah­res­pe­ri­ode gut 9% ge­stie­gen sind. Be­son­ders er­freu­lich ist zu­dem die Um­satz­ent­wick­lung mit ei­nem Plus von 5% (vgl. Sei­te 6).

Ge­gen­wind droht der Fi­nanz­bran­che. Seit die US-Notenbank da­mit be­gon­nen hat, die geld­po­li­ti­schen Zü­gel zu straf­fen, häu­fen sich Pro­ble­me im Kon­sum­be­reich. So ha­ben die Her­aus­ge­ber von Kre­dit­kar­ten im ab­ge­lau­fe­nen Quar­tal die Ab­schrei­bun­gen we­gen nicht be­zahl­ter Rech­nun­gen er­höht, mel­det die Ra­ting­agen­tur Fitch. An­pas­sun­gen vor­ge­nom­men ha­ben un­ter an­de­rem die Bran­chen­lea­der J.P. Mor­gan Cha­se (92.49 $, +1,3%), Ci­ti­group (69.09 $, +4,5%), Ca­pi­tal One Fi­nan­ci­al (86.64 $, –0,5%) und Dis­co­ver Fi­nan­ci­al Ser­vices (61.29 $, –2%).

Durch­schnitt­lich be­lau­fen sich die Ab­schrei­bun­gen auf 3,3% der aus­ste­hen­den Kre­dit­kar­ten­schul­den. Das er­scheint zwar im his­to­ri­schen Ver­gleich nied­rig, al­ler­dings ist der Wert nun zum fünf­ten Quar­tal in Fol­ge ge­stie­gen und no­tiert mitt­ler­wei­le auf dem höchs­ten Stand seit vier Jah­ren. Auch die US-Notenbank or­tet in Kre­dit­kar­ten­schul­den ei­nen Ge­fah­ren­herd. Ban­ken könn­ten in ei­ner schwe­ren Re­zes­si­on 100 Mrd. $ auf die­sem Ge­schäft ver­lie­ren, hat sie nach dem dies­jäh­ri­gen Ban­ken­stress­test ge­warnt.

Un­ter Druck ge­rie­ten zu Wo­chen­be­ginn er­neut Ak­ti­en von Zi­ga­ret­ten­her­stel­lern wie Al­tria (65.03 $, –10,5%) und Phi­lip Mor­ris (117.01 $, –1,6%). Ta­bak­kon­zer­ne ha­ben sich in den letz­ten Jah­ren als kri­sen­si­che­re Geld­ma­schi­nen und gross­zü­gi­ge Di­vi­den­den­zah­ler er­wie­sen. Zu­dem schmeck­te In­ves­to­ren, dass die Ti­tel kaum schwank­ten. Um­so mehr über­ra­schen die hef­ti­gen Kur­stur­bu­len­zen der letz­ten Ta­ge. Grund da­für ist die Ab­sicht der US-Ge­sund­heits­be­hör­de FDA, den Ni­ko­tin­ge­halt in Zi­ga­ret­ten so stark zu li­mi­tie­ren, dass kei­ne Sucht­ge­fahr mehr be­ste­hen soll.

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