Glo­bal un­ein­heit­lich

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - THOMAS HÄR­TER,

Mo­men­tum in Chi­na lässt nach, Ja­pans In­dus­trie­pro­duk­ti­on steigt.

Das wirt­schaft­li­che Mo­men­tum in Chi­na hat leicht nach­ge­las­sen. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index für das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be sank von 51,7 auf 51,4. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index für den Di­enst­leis­tungs­sek­tor Chi­nas leg­te eben­falls den Rück­wärts­gang ein und bil­de­te sich von 54,9 auf 54,5 zu­rück.

Da­ge­gen er­hol­te sich die ja­pa­ni­sche In­dus­trie­pro­duk­ti­on im Ju­ni um 1,6% (Mai: –3,6%). Da­mit pro­du­zier­te Ja­pans In­dus­trie 4,9% mehr als vor Jah­res­frist. Die In­dus­trie­pro­duk­ti­on des Lan­des dürf­te das sieb­te Quar­tal in Fol­ge ge­wach­sen sein – die längs­te Erholung der ver­gan­ge­nen zwan­zig Jah­re.

In Deutsch­land stieg der Ein­zel­han­dels­um­satz im Ju­ni ge­gen­über dem Vor­mo­nat um 11,1%. In Ita­li­en sank die Ar­beits­lo­sen­quo­te leicht von 11,3 auf 11,1% (er­war­tet wa­ren 11,2%).

Auf­trags­la­ge ent­täuscht

In den USA wuchs der Auf­trags­ein­gang für Ka­pi­tal­gü­ter oh­ne Trans­por­te im Ju­ni nur 0,2 statt wie er­war­tet 0,4%. Rech­net man den Trans­port­sek­tor hin­zu, wuchs er 6,5%. Dies ist al­ler­dings nur auf den Auf­trags­ein­gang für die Luft­fahrt­in­dus­trie in­fol­ge der Luft­fahrt­mes­se in Pa­ris zu­rück­zu­füh­ren. Der Auf­trags­ein­gang für Fahr­zeu­ge und Fahr­zeug­tei­le sank 0,6%, der­je­ni­ge für Com­pu­ter um 0,3%. Des­halb ist der US-Auf­trags­ein­gang eher als leicht ent­täu­schend an­zu­se­hen.

Erst­mals seit Mai stieg der Roh­öl­preis über 50 $/Fass und da­mit über die 200-Ta­ges-Durch­schnitts­li­nie. Die Opec kün­dig­te an, in der ers­ten Au­gust­wo­che mit den För­der­län­dern, die ih­re Kür­zun­gen nicht ein­ge­hal­ten ha­ben, «zu dis­ku­tie­ren». Sau­di Ara­bi­en hat an­ge­kün­digt, mehr Druck auf die­se Län­der aus­üben zu wol­len. Die Zeit drängt, da die Sau­dis 2018 das IPO von Aram­co, der staat­li­chen Öl­för­der­ge­sell­schaft durch­füh­ren wol­len und folg­lich ei­nen ho­hen Öl­preis wün­schen, um ei­ne ho­he Be­wer­tung zu er­zie­len.

Bit­co­in-Hy­pe?

Die SNB er­ziel­te im ers­ten Halb­jahr ein Zwi­schen­er­geb­nis von 1,2 Mrd. Fr. Der Gross­teil des Ge­winn­bei­trags von 900 Mio. Fr. aus Fran­ken­po­si­tio­nen re­sul­tiert aus dem ne­ga­ti­ven Zins, den Fi­nanz­in­sti­tu­te der Notenbank auf die Sicht­ein­la­gen zah­len müs­sen. Die SNB-Bi­lanz­sum­me stieg im ers­ten Halb­jahr von 746,5 auf 774,9 Mrd Fr. 20% der Devisen- re­ser­ven wer­den in aus­län­di­schen Ak­ti­en ge­hal­ten. Rund 42% ih­rer Re­ser­ven hält die SNB in Eu­ro, 71% in aus­län­di­schen Staats­an­lei­hen.

Die Bank of Ame­ri­ca mel­de­te, dass das Han­dels­vo­lu­men von Bit­co­in das Han­dels­vo­lu­men des gröss­ten Gold-ETF über­schrit­ten hät­te. Es fällt auf, dass im­mer mehr Fi­nanz­in­sti­tu­tio­nen Bit­co­in ab­de­cken und po­si­ti­ve Re­se­ar­chBe­rich­te pu­bli­zie­ren. Das täg­li­che Vo­lu­men in Bit­co­in be­trägt laut BoA nun rund 1 Mrd. $, die Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung al­ler Di­gi­tal­wäh­run­gen wird auf rund 87 Mrd. $ ge­schätzt. Ein Vor­teil, den Be­für­wor­ter der Kryp­towäh­run­gen ins Feld füh­ren, ist, dass die ma­xi­ma­le An­zahl ei­ner di­gi­ta­len Wäh­rung von vorn­her­ein fest­ge­legt sei und nicht wie No­ten­bank­geld be­lie­big er­höht wer­den kön­ne.

Da­bei wird al­ler­dings über­se­hen, dass die An­zahl di­gi­ta­ler Wäh­run­gen ra­pi­de zu­nimmt. Die Web­sei­te https://co­in­mar­ket­cap. com/all/views/all/ bie­tet ei­ne Über­sicht von 1024 elek­tro­ni­schen Wäh­run­gen, die al­le mit­ein­an­der ge­tauscht wer­den kön­nen.

Wie die staat­li­chen No­ten­ban­ken, wer­den so­mit auch elek­tro­ni­sche Wäh­run­gen «aus dem Nichts» er­schaf­fen, die Geld­men­ge elek­tro­ni­scher Wäh­run­gen wächst ra­sant. So kann man sei­ne Bit­co­in z. B. in Mar­xCo­in, Shark­co­in, Roy­al Co­in, Hap­py Crea­tor Co­in, Wow­co­in, Pin­kDog Ve­gas­Co­in, Eg­gCo­in und so­gar True In­vest­ment Co­in um­tau­schen.

Er­in­ne­run­gen an den In­ter­ne­tHy­pe wer­den wach. Wenn im­mer mehr Un­ter­neh­men al­le das­sel­be elek­tro­ni­sche Pro­dukt her­stel­len wol­len und an­bie­ten, ist Vor­sicht ge­bo­ten. Da die Grenz­kos­ten der Pro­duk­ti­on ge­ring sind und der Nut­zen ei­ner Wäh­rung um­so grös­ser ist, je mehr Men­schen sie nut­zen, dürf­ten es Neu­lin­ge schwer ha­ben sich durch­zu­set­zen.

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