Gold schlägt Ak­ti­en

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

An Gold führt der­zeit kein Weg vor­bei, glaubt der US-An­la­ge­stra­te­ge Fred Hi­ckey. Seit dem Plat­zen der In­ter­net­bla­se An­fang der Nul­ler­jah­re be­fin­de sich das Edel­me­tall in ei­ner Hausse, die die­je­ni­ge der Ak­ti­en noch über­tref­fe. Die jüngs­te Über­trei­bung an den welt­wei­ten Bör­sen ma­che es noch at­trak­ti­ver (vgl. Sei­te 13).

Mit Gold sind An­le­ger seit 2002 tat­säch­lich bes­ser ge­fah­ren als mit USAk­ti­en. Trotz der Kor­rek­tur ab 2012 hat sich der Edel­me­tall­preis mehr als ver­vier­facht. Das ent­spricht ei­nem durch­schnitt­li­chen Wert­zu­wachs von 10% im Jahr. Der ame­ri­ka­ni­sche Leit­in­dex S&P 500 hat sich im glei­chen Zei­t­raum ver­drei­facht – wenn der Di­vi­den­den­er­trag re­inves­tiert wur­de. Die­se Tat­sa­che mag er­stau­nen, hat­te Gold in den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren doch ei­nen schwe­ren Stand. Vom Höchst von 1918 $ ist der Un­zen­preis um ein Vier­tel ein­ge­bro­chen. An­ders als An­lei­hen wirft das Edel­me­tall kei­nen Zins ab. Es winkt auch kei­ne Di­vi­den­de. Selbst als In­fla­ti­ons­schutz ist Gold um­strit­ten. An­ge­sichts der Er­ho­lung der Welt­wirt­schaft set­zen In­ves­to­ren wei­ter­hin lie­ber auf er­trag­rei­che An­la­gen wie Ak­ti­en – trotz den sehr ho­hen Be­wer­tun­gen. Kein Wun­der, be­trägt der Gold­an­teil in ei­nem durch­schnitt­li­chen Port­fo­lio we­ni­ger als 1 Pro­mil­le. En­de der Sieb­zi­ger­jah­re wa­ren es noch mehr als 10%.

Der Auf­schwung wirkt je­doch we­nig so­li­de: Das Wachs­tum bleibt ge­ra­de in den In­dus­trie­staa­ten schwach. Da­ge­gen ist die welt­wei­te Ver­schul­dung seit der Fi­nanz­kri­se 2007 um die Hälf­te ge­wach­sen. Und wenn die No­ten­ban­ken wie an­ge­kün­digt ih­re Bi­lanz ab­bau­en, steigt mit dem Li­qui­di­täts­ab­fluss die Kor­rek­tur­ge­fahr. Kurz: Auch die­se Par­ty wird en­den. Das glaubt nicht nur der Con­tra­ri­an Hi­ckey. Gut mög­lich, dass dann die St­un­de von Gold schlägt.

Re­dak­to­rin zum The­ma Gold

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