Ber­ner KB trotzt dem Um­feld

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Die Ber­ner Kan­to­nal­bank (BEKB) kann mit dem ers­ten Halb­jahr 2017 po­si­tiv über­ra­schen. Nach ei­nem durch­wach­se­nen Vor­jahr stei­gert sie den Er­trag auf 226 Mio. Fr. (+5%) und den Ge­winn auf 56,9 Mio. Fr. (+2,7%). Den­noch steht das Haupt­ge­schäft im ak­tu­el­len Nied­rig­zins­um­feld wei­ter­hin un­ter Druck, «weil seit Jah­ren aus­lau­fen­de Fes­t­hy­po­the­ken zu tie­fe­ren Zin­sen ver­län­gert wer­den», wie die Bank in ih­rer Mit­tei­lung schreibt.

Zu­dem bringt ei­ne Aus­wei­tung des Hy­po­the­ken­vo­lu­mens nicht mehr au­to­ma­tisch hö­he­re Ein­künf­te. Tat­säch­lich sank der rei­ne Zin­s­er­trag der BEKB rund 3%, auch durch die Kos­ten für die Ab­si­che­rung der Zins­än­de­rungs­ri­si­ken, die mit 36 Mio. Fr. zu Bu­che schla­gen. Nur dank der Auf­lö­sung von Rück­stel­lun­gen für Kre­dit­ri­si­ken steht im Zins­ge­schäft un­ter dem Strich ein Plus im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum.

Hin­ge­gen konn­te die Ver­mö­gens­ver­wal­tung zu­le­gen. Die ver­wal­te­ten Ver­mö­gen stie­gen und der Kom­mis­si­ons­er­trag, das zwei­te Stand­bein der Bank, wuchs kräf­tig. Auch das kleins­te Stand­bein, der Han­del, konn­te von der be­leb­ten Ak­ti­vi­tät an den Märk­ten pro­fi­tie­ren. Po­si­tiv wirk­ten sich eben­falls die leicht ge­rin­ge­ren Kos­ten aus. Der Ge­schäfts­auf­wand konn­te im Ver­gleich zum Vor­jah­res­zeit­raum 0,6% re­du­ziert wer­den.

Das schwie­ri­ge Um­feld än­dert al­ler­dings nichts an der So­li­di­tät der BEKB. Mit ei­ner Ba­sel-III-Kern­ka­pi­tal­quo­te von 19,3% ge­hört sie zu den am bes­ten ka­pi­ta­li­sier­ten Kan­to­nal­ban­ken. We­gen der star­ken Ei­gen­mit­tel­aus­stat­tung und ho­hen Li­qui­di­tät be­wer­tet die Ra­ting­agen­tur Moo­dy’s die Kre­dit­wür­dig­keit der BEKB mit der zweit­bes­ten No­te Aa1.

Nach die­sem so­li­den ers­ten Halb­jahr ste­hen die Chan­cen gut, dass die BEKB 2017 über dem Er­geb­nis des schwä­che­ren Vor­jah­res zu lie­gen kommt. Die Po­li­tik der kon­ti­nu­ier­li­chen Di­vi­den­den­stei­ge­rung soll­te al­so fort­ge­setzt wer­den.

Für 2017 win­ken 6.40 Fr. je Ti­tel, was ei­ner Di­vi­den­den­ren­di­te von 3,5% ent­spricht. Das liegt im Durch­schnitt der ko­tier­ten Re­tail- und Kan­to­nal­ban­ken. Die Ak­ti­en der BEKB kom­men mit ei­nem KGV (2017) von 14 im Ver­gleich mit der ei­ge­nen His­to­rie und der Kon­kur­renz eher güns­tig da­her. Doch muss man den Prä­mi­en­ab­schlag durch die feh­len­de ex­pli­zi­te Staats­ga­ran­tie be­ach­ten. Zu­dem hat die Bank Mü­he, ih­re Ei­gen­ka­pi­tal­kos­ten zu ver­die­nen. Das Po­ten­zi­al der Bank und ih­rer Ak­tie ist im ak­tu­el­len Um­feld be­grenzt. Das zeigt sich auch dar­an, dass die Ti­tel seit Jah­res­be­ginn kei­nen Kurs­ge­winn ver­zeich­nen konn­ten, wäh­rend der brei­te Markt und auch ei­ni­ge Wett­be­wer­ber avan­cier­ten.

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