Bier aus Thun für Bil­der in Bern

Finanz und Wirtschaft - - PRAKTIKUS/PORTRÄT -

«Thun steht am Ein­gang zum Ber­ner Ober­land und wird jähr­lich von vie­len tau­sen­den Frem­den be­sucht. Ich kann die Ge­gend ein biss­chen ken­nen, weil ich dort Ak­ti­en­braue­rei­an­ge­stell­ter ge­we­sen bin»: Das schrieb Ro­bert Wal­ser in sei­ner Er­zäh­lung «Kleist in Thun», die 1907 er­schien. Da­mals hat­te die Ak­ti­en­braue­rei Thun ih­re bes­ten Jah­re be­reits hin­ter sich; sie soll et­wa um die­se Zeit li­qui­diert wor­den sein. Nur noch die­ses präch­ti­ge Wert­pa­pier, ei­nes der schöns­ten aus dem ge­stal­te­risch ins­ge­samt eher nüch­ter­nen Schwei­zer Sor­ti­ment, er­in­nert an den Be­trieb.

Im­mer­hin sind nach den Jahr­zehn­ten der Bier­kar­tel­lT­ris­tesse und dem Ver­kauf der im ge­müt­li­chen Oli­go­pol ver­faul­ten Platz­hir­sche à la Feld­schlöss­chen an aus­län­di­sche Kon­zer­ne Klein­braue­rei­en ent­stan­den, auch in und um Thun; zu­dem gibt es im na­hen In­ter­la­ken mit «Ru­gen­bräu» ei­ne der letz­ten ver­blie­be­nen mit­tel­gros­sen Schwei­zer Braue­rei­en. Thun ist schön, Nichts­tun ist schö­ner, sagt ein Ka­lau­er – was um­so mehr gilt, wenn der Hop­fen­saft im Gla­se schäumt.

An­no 1830 grün­de­te ein Ja­kob Fel­ler die Bier­braue­rei Fel­ler, ei­nen Wirts­haus­be­trieb. Sein Sohn, der 1839 ge­bo­re­ne Gott­fried, zeig­te schon in jun­gen Jah­ren In­ter­es­se am Braue­rei­ge­wer­be und hat­te Gros­ses im Sinn. Zu­nächst bil­de­te er sich in Neu­châ­tel zum Kauf­mann aus und be­such­te da­nach die Braue­rei­schu­le in Frei­sing bei Mün­chen. «Gottfd. Fel­ler», wie es auf der Ak­tie ge­schrie­ben steht, ab­sol­vier­te Lehr- und Wan­der­jah­re in deut­schen Braue­rei­en, be­vor er zu Hau­se

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