On­ta­rio stockt auf

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Die ka­na­di­sche Pro­vinz er­öff­net den Pri­mär­markt im Fe­ri­en­mo­nat Au­gust

Die ers­te Trans­ak­ti­on im neu­en Mo­nat kommt aus dem Aus­land­seg­ment: Be­glei­tet von Cre­dit Suis­se (CS) stockt die ka­na­di­sche Pro­vinz On­ta­rio ih­re im Ju­ni be­ge­be­ne An­lei­he ¼% Pro­vin­ce of On­ta­rio 2017/2029 um 100 Mio. Fr. auf 400 Mio. auf. Der zwölf­jäh­ri­ge Bond kam glatt zur Swap-Mit­te – oh­ne Ren­di­te­auf­schlag. Mit ei­nem Aus­ga­be­preis von 98,533% er­zielt er ei­ne Ren­di­te von 0,377%.

Moo­dy’s setzt die im Bank- und Ver­si­che­rungs­ge­schäft tä­ti­ge HBOS (A1) auf die Be­ob­ach­tungs­lis­te mit po­si­ti­ven Im­pli­ka­tio­nen. Der Aus­blick war bis­her sta­bil. Auch den Aus­blick von Santan­der UK (Aa3) hat Moo­dy’s an­ge­ho­ben: von ne­ga­tiv auf sta­bil.

UniCre­dit pflich­tet dem Chef der San Fran­cis­co Fed, John Wil­li­ams, bei, wo­nach es für die US-Wirt­schaft «kei­nen wahr­nehm­ba­ren Un­ter­schied» ma­che, ob die Bi­lanz­nor­ma­li­sie­rung des Fed im Sep­tem­ber oder im De­zem­ber an­ge­kün­digt wird. Auch in der Ein­schät­zung der nächs­ten US-Leit­zins­an­he­bun­gen lie­gen Wil­li­ams und UniCre­dit auf ei­ner Wel­len­län­ge: Noch ei­ne in die­sem und drei wei­te­re 2018. Im Zu­ge der Bi­lanz­nor­ma­li­sie­rung des Fed in den nächs­ten Jah­ren soll­ten dann die US-Lang­frist­zin­sen «mass­voll nach oben ten­die­ren».

Der US-Ren­ten­markt re­agier­te laut UniCre­dit nicht auf Wil­li­ams’ Ein­schät­zun­gen. Bis En­de 2018 sei­en «nicht ein­mal zwei Zins­an­he­bun­gen» ein­ge­preist. Zwi­schen­zeit­lich bil­de­ten sich die US-Lang­frist­ren­di­ten gar zu­rück. Den «aus­ser­ge­wöhn­li­chen Aus­lö­ser» für die­se Ge­gen­be­we­gung or­tet UniCre­dit beim US-Schatz­amt, das auf sei­ner vier­tel­jähr­li­chen Be­kannt­ga­be der Tre­a­su­ry-Auk­tio­nen Spe­ku­la­tio­nen nicht er­füll­te und kei­ne ex­tre­men Lang­läu­fer (50, 100 Jah­re) an­kün­dig­te.

Die Rhe­to­rik der Zen­tral­ban­ker schick­te die Bond­märk­te über die ver­gan­ge­nen Wo­chen «auf ei­ne Ach­ter­bahn­fahrt», merkt Swiss­li­fe im jüngs­ten Fi­nanz­markt­aus­blick an. Nach dem An­stieg im Ju­ni folg­te die teil­wei­se Kor­rek­tur im Ju­li. Der Haupt­grund für die Kehrt­wen­de sieht Swiss­li­fe im «Ab­wärts­trend der In­fla­ti­ons­ra­ten», der In­ves­to­ren über­rascht ha­be.

Die Ent­wick­lung in der zwei­ten Jah­res­hälf­te wer­de mass­geb­lich von der Re­ak­ti­on der Zen­tral­ban­ken auf de­ren of­fen­sicht­li­ches Ver­feh­len des In­fla­ti­ons­ziels ab­hän­gen, schreibt die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft. Als Dau­men­re­gel gel­te, dass die statt­ge­fun­de­ne Eu­ro­auf­wer­tung die In­fla­ti­ons­ra­te in der Eu­ro­zo­ne über die nächs­ten zwölf Mo­na­te um 0,3 Pro­zent­punk­te schmä­lern wer­de. Da­mit sin­ke die Wahr­schein­lich­keit, dass die EZB Massnahmen er­greift, die über ei­ne Re­duk­ti­on ih­res An­lei­hen­kauf­pro­gramms hin­aus­ge­hen.

Der Rück­gang der In­fla­ti­on in den USA sei «eher als vor­über­ge­hend» zu be­trach­ten. Swiss­li­fe er­war­tet, dass die US-Teue­rung Mit­te 2018 «wie­der über 2% zu lie­gen kommt». Die fi­nan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen für die USWirt­schaft ha­ben sich seit Be­ginn der geld­po­li­ti­schen Nor­ma­li­sie­rung im De­zem­ber 2015 deut­lich ge­lo­ckert. «So­mit bleibt un­se­re An­nah­me ei­ner wei­te­ren Zins­er­hö­hung in die­sem Jahr und der Ver­kür­zung der Bi­lanz des Fed in­takt», merkt Swiss­li­fe an.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.