Gen­tech

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

«Woran soll­te man sich von der end­lo­sen Ver­stel­lung, Falsch­heit und Heim­tü­cke der Men­schen er­ho­len, wenn die Hun­de nicht wä­ren, in de­ren ehr­li­ches Ge­sicht man oh­ne Miss­trau­en schau­en kann?» – das frag­te, im­mer­hin, der grosse Den­ker Ar­thur Scho­pen­hau­er (1788–1860). Ob das Ant­litz

die­ses Ko­mon­dors – ei­ner Spiel­art des un­ga­ri­schen Hir­ten­hunds – wirk­lich oh­ne Falsch­heit ist, lässt sich nicht er­ken­nen: Zu ver­filzt ist das Vieh. Schuld an der Ganz­kör­per-Ras­ta­fa­ri-Mäh­ne ist eben des Men­schen Heim­tü­cke. In dunk­ler Vor­zeit be­gann un­ser­eins, Wöl­fe zu do­mes­ti­zie­ren, Haus­hun­de zu hal­ten, Ras­sen zu züch­ten. Ähn­lich gin­gen wir vor mit Wild­schwei­nen, -rin­dern, -ge­flü­gel etc.; eben­so mit Ge­wächs: Oh­ne Mensch kein Mais, zum Bei­spiel, der stand nicht im Schöp­fungs­plan. Un­ter­des­sen heisst der­lei «Tu­ning» in Fau­na und Flo­ra Gen­tech­nik. Die ist heut­zu­ta­ge ge­wiss viel raf­fi­nier­ter und ra­san­ter als die lang­wie­ri­gen Aus­wahl- und Kreu­zungs­mü­hen der Alt­vor­de­ren, aber auch ge­fähr­li­cher. Den­noch, sie steht in ei­ner lan­gen Tra­di­ti­ons­li­nie. Oh­ne das Her­um­dok­tern an der Na­tur wä­ren wir im­mer noch Jä­ger und Samm­ler. Die Kri­ti­ker der Gen­tech­nik üb­ri­gens ver­su­chen so­zu­sa­gen, die Angst da­vor zu klo­nen.

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