Ver­si­che­rungs­markt schrumpft

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - TH

Die Ein­nah­men der Ver­si­che­rer sind 2016 in der Schweiz 3,5% auf 80,7 Mrd. Fr. ge­schrumpft. Rück­läu­fig wa­ren die Vo­lu­men der Le­bens­ver­si­che­rung. Die An­bie­ter hät­ten «als Re­ak­ti­on auf das un­ter null ge­sun­ke­ne Markt­zins­ni­veau ih­re Ka­pa­zi­tä­ten stark zu­rück­ge­fah­ren», be­grün­det die Fi­nanz­markt­auf­sicht die Si­tua­ti­on im ak­tu­ells­ten Ver­si­che­rungs­markt­be­richt.

Gut 6% ero­diert hat das Ge­schäft mit Le­bens­ver­si­che­run­gen für Pri­vat­per­so­nen, auf noch 6,4 Mrd. Fr. Ein eben­so ho­her Rück­gang be­trifft auch die Ver­trä­ge der be­ruf­li­chen Vor­sor­ge. Die­ses als Kol­lek­tiv­le­bens­ver­si­che­rung be­ti­tel­te Ge­schäfts­feld ist mit 23 Mrd. Fr. Prä­mi­en­sum­me aber wei­ter­hin die be­deu­tends­te Spar­te des hie­si­gen As­se­ku­ranz­markts.

Wei­te­re wich­ti­ge Spar­ten sind Ge­sund­heits­ver­si­che­run­gen (knapp 20 Mrd. Fr. Prä­mi­en), Fahr­zeug­ver­si­che­run­gen (6 Mrd.), Haft­pflicht­de­ckun­gen (4 Mrd.) und Un­fall­ver­si­che­run­gen (3 Mrd.).

Der An­teil der Kol­lek­tiv­le­bens­ver­si­che­rung von mehr als ein Vier­tel des Ge­samt­markts un­ter­strei­che die «grosse Be­deu­tung der zwei­ten Vor­sor­ge­säu­le», be­schreibt die Fin­ma im Markt­be­richt 2016. Die «op­tisch ho­hen Prä­mi­en­zah­len» kä­men auch des­halb zu­stan­de, weil die bei je­dem Ar­beit­ge­ber­wech­sel ein­ge­brach­ten Frei­zü­gig­keits­leis­tun­gen als Prä­mi­en ver­bucht wer­den.

Frei­zü­gig­keits­leis­tun­gen sind in die­sem Kon­text im We­sent­li­chen die Vor­sor- ge-Spar­prä­mi­en, die in frü­he­ren Jah­ren be­reits ein­mal als sol­che er­fasst wa­ren und die bei ei­nem Wech­sel des Ver­si­che­rers als Al­ters­gut­ha­ben trans­fe­riert und so ein zwei­tes Mal in der Sta­tis­tik ver­bucht wer­den – bei spä­te­ren noch­ma­li­gen Wech­seln des Ver­si­che­rers gar wei­te­re Ma­le.

Die De­tail­zah­len sol­cher Trans­fers wer­den erst mit Ver­zö­ge­rung pu­bli­ziert. Für 2016 sind sie noch nicht ver­füg­bar, wie Fin­ma-Spre­cher To­bi­as Lux auf An­fra­ge er­klärt. Er ver­weist auf den Trans­pa­renz­be­richt, der in et­wa ei­nem Mo­nat er­schei­nen wird.

2015 wa­ren rund 11 Mrd. Fr. ein­ge­brach­te Al­ters­gut­ha­ben im Kol­lek­tiv­le­ben-Vo­lu­men von da­mals 24,8 Mrd. ent­hal­ten. 8,3 Mrd. gin­gen zu­rück auf Trans­fers bei in­di­vi­du­el­lem Stel­len­wech­sel; 2,9 Mrd. auf den Über­trag gan­zer Per­so­nen­be­stän­de, wenn im­mer ein KMU den Vor­sor­gean­schluss al­ler An­ge­stell­ten zu ei­nem an­de­ren Vor­sor­ge­trä­ger ver­schob. Die­se Wech­sel sind 2016 wohl deut­lich ge­schrumpft, weil die Ver­si­che­rer se­lek­ti­ver KMU neu an­schlies­sen.

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