Bör­se Hong­kong im Hoch

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - EH

Der lan­ge von ei­ner schwa­chen Bin­nen­wirt­schaft und Sor­gen über die Sta­bi­li­tät Chi­nas ge­brems­te Hong­kon­ger Ak­ti­en­markt hat seit An­fang Jahr mit ei­nem Plus von bei­na­he 30% die an­de­ren gros­sen Bör­sen der Welt hin­ter sich ge­las­sen. Das Kurs­ral­ly wird da­bei nicht nur vom glo­bal guten Bör­sen­um­feld und den stei­gen­den Gewinnen chi­ne­si­scher Un­ter­neh­men an­ge­trie­ben, son­dern vor al­lem vom Zuf­luss von Geld aus Fest­land­chi­na. Die Käu­fer ge­hen al­ler­dings sehr se­lek­tiv vor. Der Hong­kon­ger Haupt­in­dex – der Hang Seng – er­hält vor al­lem von we­ni­gen Haupt­wer­ten Auf­trieb.

Zu den kla­ren Ge­win­nern ge­hö­ren Ak­ti­en der stark auf den asia­ti­schen Markt kon­zen­trier­ten Gross­bank HSBC oder des Hong­kon­ger Im­mo­bi­li­en­kon­zerns Che­ung Kong Pro­per­ties. Be­son­ders zu­ge­legt ha­ben in­des vor al­lem be­kann­te chi­ne­si­sche Titel. Da­zu ge­hö­ren et­wa die Va­lo­ren des IT-Kon­zerns Ten­cent, des Ver­si­che­rungs­kon­zerns Ping An In­suran­ce oder auch des Fi­nanz­hau­ses Chi­na Con­struc­tion Bank.

Rea­li­täts­test für Ten­cent

Ge­ra­de ein­mal sie­ben Titel des 49 Un­ter­neh­men um­fas­sen­den Hang Seng ha­ben ge­mäss dem Fi­nanz­da­ten­an­bie­ter Bloom­berg rund 70% zum Plus bei­ge­tra­gen. Die Ak­ti­en des stark auf On­li­ne­spie­le aus­ge­rich­te­ten Ten­cen­tKon­zerns mach­te da­bei mehr als 25% aus. Das Un­ter­neh­men legt am 16. August den Se­mes­ter­ab­schluss vor. In Er­war­tung ei­nes guten Re­sul­ta­tes leg­te die Ak­tie in den ers­ten zwei Ta­gen der Wo­che rund 2,5% zu.

Ge­ra­de Ten­cent zeigt nicht nur, dass das Kurs­ral­ly am Hong­kon­ger Ak­ti­en­markt auf ei­ner dün­nen Ba­sis steht. Die jüngs­te Ent­wick­lung weist vor al­lem auch dar­auf hin, dass Fest­land­chi­na an der Bör­se der wirt­schaft­lich au­to­no­men Son­der­re­gi­on ei­ne zu­neh­mend do­mi­nan­te Rol­le spielt. Das nicht nur, weil Ak­ti­en chi­ne­si­scher Un­ter­neh­men mitt­ler­wei­le mehr als 50% der Markt­ka­pi­ta­li­sie­rung und des täg­li­chen Han­dels­vo­lu­mens am Hong Kong Ex­ch­an­ge and Clea­ring (HKEx) aus­ma­chen.

Chi­ne­sen ge­ben den Ton an

Seit die Hong­kon­ger Bör­sen­be­trei­be­rin En­de 2014 in Part­ner­schaft mit dem Ak­ti­en­markt Schang­hai – und seit De­zem­ber 2016 mit Shen­zhen – ei­ne ge­mein­sa­me Han­dels­patt­form ge­schaf­fen hat, sind auch die an­sons­ten durch strik­te Ka­pi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len vom glo­ba­len Fi­nanz­markt ab­ge­schnit­te­nen Fest­land­chi­ne­sen zu zu­neh­mend ton­an­ge­ben­den In­ves­to­ren am HKEx ge­wor­den.

Sie ha­ben hier seit An­fang Jahr Ak­ti­en im Wert von über 248 Mrd. Yuan (37 Mrd. $) er­wor­ben, wo­bei das Geld vor al­lem in Titel von Ten­cent, Ping An oder auch Chi­na Li­fe ge­flos­sen ist. Mit den da­mit im Ver­gleich zu an­de­ren Hong­kon­ger Ak­ti­en re­la­tiv ho­hen Be­wer­tun­gen wächst in­des auch die Wahr­schein­lich­keit, dass sich das Kurs­ral­ly in ab­seh­ba­rer Zukunft ab­fla­chen wird. Auf ein sol­ches Sze­na­rio wei­sen die­ser Ta­ge am HKEx ge­han­del­te Va­lo­ren gros­ser chi­ne­si­scher Im­mo­bi­li­en­kon­zer­ne hin. Die Ak­tie von Chi­na Ever­gran­de, die in­ner­halb ei­nes Jah­res bei­na­he 400% zu­leg­te, hat seit En­de Ju­li mehr als 20% ab­ge­ge­ben.

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