St­raumann und Part­ners Group

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - RO­LAND VOGT

Was er­war­ten Sie von ei­ner Ana­ly­se? Die Zukunft ist stets un­ge­wiss. Doch mit ei­ner pro­spek­ti­ven Ana­ly­se und ei­nem dar­aus er­ar­bei­te­ten Plan lässt sich da­mit um­ge­hen. St­raumann läuft seit An­fang Mai seit­wärts. Auf den ers­ten Blick er­scheint es am klügs­ten, den Titel zu tra­den. Die Ran­ge scheint ja mehr oder we­ni­ger fix ab­ge­steckt zu sein. Zu­dem: Beim Tra­ding be­hält man leicht die Über­sicht und die Din­ge so ein­fach un­ter Kon­trol­le. Ein­stein soll zu solch kurz­fris­ti­gen Mus­tern mal ge­sagt ha­ben: «Holz­ha­cken ist des­halb so be­liebt, weil man den Er­folg so­fort sieht.»

Aus län­ger­fris­ti­ger Sicht be­fin­det sich St­raumann in ei­nem Trend­seg­ment, dass Mit­te No­vem­ber 2015 zu Kur­sen um 350 Fr. be­gann. Die­ser Trend ist noch nicht zu En­de, er wird durch den drei­ecks­för­mi­gen Ver­lauf der ver­gan­ge­nen drei Mo­na­te kon­so­li­diert.

Ge­duld, Ge­duld

Im Wis­sen um den Status ei­ner Kon­so­li­die­rung soll­te man nicht un­ge­dul­dig die Po­si­tio­nen tra­den, son­dern Ge­duld üben und durch­hal­ten. Si­cher wä­re es mög­lich, die­se Ba­sis­po­si­ti­on eben noch über Tra­ding zu be­wirt­schaf­ten. In ei­ner Seit­wärts­be­we­gung ist das zu­min­dest ei­ne ad­äqua­te Be­schäf­ti­gungs­The­ra­pie. Aber die Ge­win­ne am Jah­res­en­de kom­men bei den al­ler­meis­ten In­ves­to­ren nicht von den Tra­ding-, son­dern den Stra­te­gie-Po­si­tio­nen.

Bei St­raumann soll­te die län­ger­fris­ti­ge Stra­te­gie wei­ter­hin long sein. Die Per­spek­ti­ve ist, dass die Ak­tie in ei­ni­gen Mo­na­ten aus der Tri­ang­le her­aus auf et­wa 585/590 Fr. zieht. Zwi­schen­zeit- lich könn­te man in mög­li­chen Kurz­zeitSchwä­chen et­was zu­kau­fen. Der Über­wa­chungs­punkt die­ser Stra­te­gie müss­te bei et­wa 520 Fr. sein.

Na­he am Top

Die Ak­tie von Part­ners Group hat vor­ge­macht, wie es mit ei­ner Tri­ang­le geht. Zu­erst über län­ge­re Zeit seit­wärts, bis sich das In­ter­es­se von Haus­siers und Bais­siers glei­cher­mas­sen ver­liert. Dann wird die Struk­tur auf die schon zu­vor ab­seh­ba­re Wei­se ak­ti­viert, was zu be­reits er­höh­ten Prei­sen auch bis­her rat­lo­sen Sys­te­ma­ti­ken ein so­ge­nann­tes Kauf­si­gnal be­schert. Das sorgt für ei­ni­ge kurze Ak­ze­le­ra­tio­nen, dann ist das Be­we­gungs­po­ten­zi­al der Tri­ang­le ab­ge­schöpft. Wer war­tet, bis die aus­lau­fen­de Kon­so­li­die­rung für al­le si­gna­li­siert wird, agiert stets re­la­tiv spät. Bei Part­ners Group schafft die ak­ti­vier­te Tri­ang­le Raum bis vor­aus­sicht­lich et­wa 650 Fr. Das ist nur noch we­nig.

Wie man da­mit um­geht, ist wie­der­um Sa­che der ei­ge­nen Stra­te­gie. Man kann dar­auf spe­ku­lie­ren, dass die vor­aus­grei­fend er­stell­te Pro­jek­ti­on das Ziel punkt­ge­nau trifft. Man kann auch war­ten, bis ir­gend­ein Sys­tem ei­nem die Ent­schei­dung ab­nimmt, weil die Kur­se fal­len und ein Ver­kaufs­si­gnal aus­ge­löst wird. Es kann nütz­lich sein zu wis­sen, dass solch grosse Tri­ang­le-Struk­tu­ren in der Re­gel nicht vor klei­nen, tem­po­rä­ren Zwi­schen­hochs ent­ste­hen, son­dern als Vor­läu­fer ei­nes mar­kan­te­ren Tops. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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